Jutta Leerdams eiskalte Inszenierung
Die Niederländerin Jutta Leerdam weiß, wie sich Leistung und Selbstvermarktung miteinander verschmelzen lassen. Bei ihrem Olympiasieg sind selbst die Tränen auf ihrer Wange Teil einer Inszenierung.
Anna Netrebko begeistert Berlin mit stimmlicher Brillanz. Die Inszenierung von Rafael R. Villalobos sorgt hingegen für Irritationen.
Die Inszenierung – also die öffentliche Präsentation von bildender oder darstellender Kunst oder auch vom Menschen selbst – hat eine lange Tradition. Der Begriff an sich stammt aus dem Theaterwesen und wurde im 19. Jahrhundert geprägt. Das Wort gibt Aufschluss über die Bedeutung: Der Regisseur setzt mit seiner Inszenierung ein Werk in Szene.
Inszenierung als Darstellungsmittel in der Kunst
Im Theater, aber auch in der darstellenden Kunst, wird der Begriff Inszenierung per Definition meist dann verwendet, wenn es um mehr geht als darum, ein Exponat einfach auszustellen. Licht, Ton und andere dramaturgische Mittel kommen zum Einsatz, um die Wirkung des Objekts oder des Theaterstücks zu verstärken. Der Begriff bezeichnet insgesamt szenische Umsetzungen in einem abgegrenzten Raum wie der Bühne und vor Publikum, sei es im Bereich des Theaters, des Films oder bei Audioproduktionen. Entscheidend dabei ist, dass eine Inszenierung stets eine individuelle Interpretation des Werkes ist – mit eigener Intention.
Die Inszenierung des Selbst
Nicht nur Autoren, Künstler oder andere Personen öffentlichen Interesses tun es: Die Selbstinszenierung soll das persönliche Handeln ins rechte, genauer gesagt ins beabsichtigte Licht rücken. In Soziologiekreisen wird die Selbstdarstellung, die jeder von uns betreibt, als Performance bezeichnet. Immer sind Inszenierungen dazu gedacht, andere in bestimmten Punkten strategisch zu beeinflussen.
Die Niederländerin Jutta Leerdam weiß, wie sich Leistung und Selbstvermarktung miteinander verschmelzen lassen. Bei ihrem Olympiasieg sind selbst die Tränen auf ihrer Wange Teil einer Inszenierung.
In deutschen Fußballstadien werden riesige Fahnen geschwenkt, die eine attraktive Kulisse schaffen, aber anderen Zuschauern die Sicht versperren. Viele Fans ärgert das. Doch die Klubs wirken machtlos.
David Hermann und Vladimir Jurowski entziehen Mozarts Oper alle Poesie. Die Inszenierung markiert einen neuen und weiteren Tiefpunkt der Bayerischen Staatsoper.
Hunderte Scheinwerfer hängen im Frankfurter Opernhaus, manche in schwindelerregender Höhe. Die Beleuchter steuern sie – und übersetzen so die Intentionen von Regisseur und Bühnenbildner in Licht.
Hoffnung ex machina: Alexander Eisenachs inszeniert Ewald Palmetshofers Shakespeare-Persiflage „Sankt Falstaff“ am Münchner Residenztheater als mitreißenden Ritt durch die politischen Abgründe der Gegenwart.
Trumps perverse Machtshow +++ Merz und Netanjahu +++ Koalitionsverhandlungen CDU/CSU und SPD +++ Merz und Sondervermögen +++ Folgen des neuen Wahlrechts
Gustave Charpentiers Oper „Louise“ erlebt in Chemnitz eine Neuinszenierung. Die Aufführung macht soziale Differenziertheit und Emanzipation zu einer Traumgeschichte.
Femizide, Fake News, ökologische Katastrophe: Christina Tscharyiski inszeniert Shakespeares „Sommernachtstraum“ in Frankfurt ganz für unsere wüste Zeit. Geht das gut?
Sein Wille geschehe: Wäre die Welt wie der Fußball, wäre sie eine bessere, findet Gianni Infantino. Bei der Inszenierung der WM-Vergaben zeigt sich, wie absurd sie wäre.
So viel Spaß kann Apokalypse machen: Die neue Intendanz am Staatstheater Wiesbaden beginnt die Opernsaison mit Ligeti und Torte.
Aufruhr in der Umkleidekammer: Kirill Serebrennikow inszeniert und Philippe Jordan dirigiert Verdis „Don Carlo“ an der Wiener Staatsoper. Bis das Publikum interveniert.
In den Mühlen der Justiz: Im Freiburger „Tatort: Ad Acta“ haben die Figuren und ihre Geschichten jeweils eine klug bemessene Menge Platz. Gleiches gilt für die Vorahnungen des Zuschauers. Das lässt Raum für Spannung.
Jetzt ist es raus: Jennifer Lopez hat die Scheidung von Ben Affleck eingereicht. Eines der spektakulärsten Liebes-Comebacks überhaupt ist krachend gescheitert. Auch Nichthollywoodstars können daraus etwas lernen.
Über Joachim A. Langs Film „Führer und Verführer“ und eine Banksy-Aktion auf dem Glastonbury-Festival.
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez nennt die Vorladung seiner Frau vor Gericht eine „Inszenierung“. Er weist die Korruptionsvorwürfe gegen sie zurück.
Welche Erfahrungen hat Österreich mit Wählen ab 16 Jahren gemacht? Der Politologe Peter Filzmaier über die Beteiligung der Erstwähler, den Reiz polarisierender Parteien und ein oft übersehenes Tabuthema.
„Die Einladung“ als deutsche Erstaufführung in der Frankfurter „Komödie“ überzeugt nicht.
Alexei Ratmanskys „Coppélia“ an der Mailänder Scala ist die Ballettpremiere des Jahres. Jérôme Kaplan, Ausstatter der Produktion, die am Wochenende Premiere feiert, spricht über die Zusammenarbeit.
Regisseurin Mirja Biel entstaubt den modernen Klassiker „Endstation Sehnsucht “am Staatstheater Wiesbaden mit einer Inszenierung, die locker improvisiert wirkt.
Zeitloses und allzu Zeitgenössisches: Tomi Janežič und Mariano Pensotti inszenieren bei den Wiener Festwochen. Das eine überzeugt mit langsamer Sehnsucht, das andere verbittert durch biederen Midcult.
Die „Ode an die Demokratie“ auf dem Main sollte ein Höhepunkt der 175-Jahr-Feier der Frankfurter Nationalversammlung werden. Das Versprechen, ein „aufregendes, tiefgründiges Feuerwerk“ zu bieten, kann sie jedoch nicht einlösen.
Westliche Beobachter verweisen auf die massiv verstärkte Flugabwehr in Moskau. Gegen die These einer Inszenierung spricht jedoch das verbreitete Gefühl der „Demütigung“.
Jan Friedrichs Inszenierung von Molières „Menschenfeind“ am Staatstheater überrascht und unterhält.
Heute vor einem Jahr überfiel Russland die Ukraine. Der Bundeskanzler reist nach Indien. Die Berlinale geht zu Ende. Und in der Bundesliga steht das Topspiel an.
Die Inszenierung von „Dornröschen“ wurde am 24. Oktober im Wiener Staatsballett uraufgeführt.
Die Fotokünstlerin Elina Brotherus arbeitet sich mit ihren Inszenierungen durch ihr Leben und durch die Kunstgeschichte. Eine Ausstellung in Frankfurt.
Bandjubiläum mit zwei Jahren Verspätung: Die Böhsen Onkelz begehen vier Jahrzehnte ihres Bestehens im Frankfurter Waldstadion. Die Inszenierung ist gelungen, grundlegend verändert hat sich wenig.
Zum Prozess gegen die erste RAF-Generation ist schon viel geschrieben worden. Umso beeindruckender ist, was diese Neuerscheinung leistet. Sie macht erstmals die Protokolle des Verfahrens zugänglich und gibt wüste Einblicke.
Zartes Spiel und abgenütztes Pathos: Fabian Hinrichs fragt an der Volksbühne zusammen mit René Pollesch „Geht es dir gut?“. Michael Thalheimer antwortet am Berliner Ensemble mit Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“.
Die Theaterlegende Peter Sellars inszeniert „Roman de Fauvel“ am Théâtre du Châtelet. Und macht aus dem mittelalterlichen Roman einen Mix aus Hostie, Wokeness und kalifornischer Spiritualität.
Der russische Präsident hat den Wettbewerb der Bilder verloren. Männlich, stark, entschlossen wirkt jetzt ein anderer. Wolodymyr Selenskyj widersteht Putin und hat ihn in allem widerlegt.
Vielfalt oder Aneignung? Die Oper spielt seit jeher mit der Andersartigkeit. Immer öfter heißt es jedoch: Inszenierungen würden kulturelle Stereotype bedienen. Wie gehen Bühnen- und Kostümbildner damit um?
Beim Grange Festival in Hampshire, einem der britischen Sommerfestspiele, stehen sonore Opernveteranen wie Sir John Tomlinson in Hauptrollen auf der Bühne. Und singen keinen Ton.
Mit dem 4:1 gegen Bremen meldet sich Dortmund im Kampf um die Champions-League-Plätze zurück. Gegen unterlegene Bremer trifft Haaland doppelt. In den kommenden Spielen warten aber direkte Konkurrenten.
Das Volkstheater Rostock startet mit Leoš Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ einen Modellversuch für Oper vor Publikum. Das ist ein Beispiel für unser Land.
Emblem tödlicher Schaulust: In „The Crown“ deutet der stolze und scheue König der Wälder voraus auf den Tod der Prinzessin, die nach der Jagdgöttin heißt. Peter Morgan arbeitet mit Verweisen in Vergils Manier.