Da helfen die Maschinen auch nicht weiter
Die Piraten sind in den Parlamenten angekommen, doch was sie dort wollen, wissen sie nicht. Hinter ihrer konzentrierten Arbeit verstecken sie eine kreative Krise.
Die Piraten sind in den Parlamenten angekommen, doch was sie dort wollen, wissen sie nicht. Hinter ihrer konzentrierten Arbeit verstecken sie eine kreative Krise.
Die öffentlich-rechtlichen Sender berichteten gestern Abend von einem Schicksalstag – für Deutschland. In Athen, Berlin (und Paris) saßen die Zuschauer jedoch in der zweiten Reihe. Der Platz auf dem Thron blieb König Fußball reserviert.
Mit einschläfernden Dialogen und begütigenden Bildern verstellen ARD und ZDF bei der EM den Blick auf Europa. Ihre Programmpolitik ist das reinste Ablenkungsmanöver von den dramatischen politischen Vorgängen.
Um wöchentlich über den europäischen Hochadel berichten zu können, opfert das ZDF derzeit nicht nur seine Reportagereihe "ZDFzeit", die eigentlich mit anderem Anspruch gestartet war. Im Juli laufen die Königshaus-Berichte über "Nachwuchs für die Monarchie", "Blaues Blut und schwarze Schafe" und "Königliche Liebe" sogar am Samstagabend.
Thomas Gottschalk verabschiedet sich aus dem ersten Programm mit bestem öffentlich-rechtlichen Unterhaltungsfernsehen. Er hält den Sendergewaltigen einen Spiegel vor.
In der Erfurter Affäre um die mutmaßliche Blutmanipulation durch UV-Bestrahlung zeigt sich die Wada weiter sprunghaft: Sie wirft der Nada vor, sie nicht mit notwendigen Informationen versorgt zu haben. Diese wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe.
Wenn ARD und ZDF die Fußball-Europameisterschaft übertragen, strebt die Uefa nach totaler Kontrolle, auch außerhalb der Stadien. Großzügig räumt sie den Fans das Recht zum Jubeln ein.
Keine Gnade: Der Monat der Fußball-Talkshows findet bei Anne Will seinen unübertroffenen Höhepunkt. Wo ist das Phrasenschwein, wenn man es braucht?
Wenn jede Woche fünf Redaktionen in der ARD überlegen, welche Talkshow sie machen sollen, wieso kommt dann immer dieselbe Sendung heraus? Eine abgehörte Schaltkonferenz.
Der „Eurovision Song Contest“ hat gleich zwei Gewinnerinnen: die Schwedin Loreen und Anke Engelke, die als einzige in der Live-Sendung die Regierung in Baku kritisiert.
Die Verteidigung des Lebensglücks kennt keine Höflichkeitsgebote: Charly Hübner brilliert in einem Psychodrama über eine Freundschaft, die zur Obsession wird.
Zum Thronjubiläum der englischen Königin kann es im deutschen Fernsehen nur einen Reporter geben: Rolf Seelmann-Eggebert. Dabei sieht der sich nicht mal als „Adelsexperte“.
Anfang Mai hat der SWR seinem Digitalsender Einsplus eine Jugendleiste ins Abendprogramm gezimmert, die da jetzt hängt wie ein ins Seniorenheim eingezogener Skateboarder, weil außenrum weiterhin lauter Service läuft. Der Sender verspricht: "Ab jetzt jeden Abend Fernsehen für Dich!" Das Fernsehblog stellt die neu gestarteten Fremdkörper vor.
SPD und Grüne sprechen sich gegen Eurobonds aus, wie sie der französische Präsident François Hollande fordert. Der SPD-Vorsitzende Gabriel bezeichnet die Debatte als „skurril“. Die Grünen erwägen einen Sonderparteitag zum Fiskalpakt.
Zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht: Der Digitalkanal Einsplus geriert sich in neuen Shows als Jugendkanal. Aber das Konzept ist schon fast Realsatire.
In der SPD gibt es Unmut über den Auftritt Peer Steinbrücks in der ARD-Sendung „Günther Jauch“: mit Sarrazin solle sich niemand mehr in eine Talkshow setzen, hieß es. Der schleswig-holsteinische SPD-Vorsitzende Stegner legte Sarrazin den Parteiaustritt nahe.
Unionsfraktionschef Volker Kauder warnt den entlassenen Bundesumweltminister und NRW-Wahlverlierer Norbert Röttgen (beide CDU) vor einer Abrechnung mit der eigenen Partei. Er verstehe die Entscheidung der Kanzlerin: „Die Energiewende braucht einen starken Minister.“
Am vergangenen Mittwoch ist der Fernsehmoderator seiner langjährigen Krebserkrankung erlegen, bereits an diesem Samstag wurde er in St. Gallen beigesetzt: Kurt Felix ist tot.
Nach dem Chaos beim Relegationsspiel in Düsseldorf haben die Berliner Protest gegen die Spielwertung eingelegt. Über den Einspruch entscheidet das DFB-Sportgericht. Der Kontrollausschuss des Verbandes ermittelt bereits.
Ein junger Deutscher landet im Mai 1987 im Herzen der Sowjetunion. Erst wird er zum Helden, dann zum Spinner. Und 25 Jahre danach ist Mathias Rust immer noch ein Rätsel.
Der Boxkampf zwischen Dereck Chisora und David Haye wird nun doch nicht von der ARD übertragen. Er passe nicht zum Image und zum Selbstverständnis des Senders.
Dem Profiboxen kann Moral nur von außen oktroyiert werden - von der Justiz, den Sponsoren oder dem Fernsehen, dem mit Abstand wichtigsten Geldgeber. Die ARD aber spielt mit.
Massive Aufklärungskampagnen sollte dafür sorgen, dass alle Analoggucker den Umstieg auf die Digitaltechnik schaffen. In vielen Wohnzimmern zickt immer noch der digitale Empfang. Doch es gibt Abhilfe.
Die Fernsehlotterie in der ARD benennt sich in „Deutsche Fernsehlotterie" um. Durch den neuen Glücksspielsstaatsvertrag will die Lotterie wieder im Internet werben und den Umsatz steigern. Mit Moderatorin Monica Lierhaus ist der Geschäftsführer zufrieden.
Dereck Chisora und David Haye sind vom britischen Verband suspendiert. Nun wollen sie am 14. Juli mit luxemburgischer Lizenz gegeneinander antreten. Und die ARD will mit Gebührengeldern wohl das üble Spiel unterstützen.
SPD und CDU haben jeweils gut 30 Prozent der Stimmen erhalten. Die Grünen kamen auf 13 Prozent, die Piratenpartei wie die FDP auf acht Prozent der Stimmen. Der SSW erreichte 4 Prozent, die Linkspartei scheiterte an der Fünfprozenthürde. CDU-Spitzenkandidat de Jager
Weil Sauerland-Event einen Weltmeister sucht, den sein Boxer Arthur Abraham herausfordern kann, kommt der unbekannte Champion Robert Stieglitz doch noch groß ins Fernsehen.
In aktuellen Umfragen liegen die Liberalen über der Fünf-Prozent-Hürde. Für SPD und Grüne würde rund die Hälfte der Befragten stimmen. Viele Wähler aber sind noch unentschlossen.
Die Verhandlung zur Klage soll nun erst nach der Sitzung des ZDF-Fernsehrates sein. Nienhaus appelliert für eine gemeinsame Erklärung mit ARD und ZDF.
Hermann Hesse hielt Roman-Verfilmungen für eine „Barbarei“. Jo Baier hat die Erzählung „Die Heimkehr“ trotzdem adaptiert. Vieles gelingt gut. Trotzdem wird Hesse ausgebeutet.
Bevor Harald Schmidt im Bezahlfernsehen verschwindet, moderiert er am Donnerstag seine letzte Late Night bei Sat.1. Thomas Gottschalk verabschiedet sich Anfang Juni aus dem ARD-Vorabend. Und Johannes B. Kerner hat das Ende seines Sat.1-Resteverwertungsmagazins schon hin sich. Dabei hätte alles auch ganz anders kommen können.
Die Verlage haben sich mit den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht im Internetstreit nicht einigen können und führen die Klage gegen die „Tageschau"-App fort. ARD und ZDF sagen, weiter an Gespräche interessiert zu sein.
ARD und ZDF hätten sich mit den Verlagen auf eine gemeinsame Erklärung zu ihren Internetauftritten einigen können. Aber die Sender wollten nicht, sagt der BDZV. Die Verlage setzen daher ihre Klage gegen die „Tagesschau-App" fort.
Totgesagte leben länger: Vor den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sehen Umfragen die FDP überraschend in beiden Landtagen vertreten. Im Norden hat Rot-Grün keine eigene Mehrheit, in NRW schon.
Das ZDF verzögert eine Einigung zur Klage gegen die Tagesschau-App. An diesem Mittwoch beraten die ARD-Intendanten. Die Verhandlung vor dem Landgericht Köln ist auf Juni verschoben.
Zehn Jahre nach dem Amoklauf von Erfurt sind die europäischen Waffengesetze immer noch viel zu lasch. Warum will das niemand ändern? Plädoyer aus Anlass einer ARD-Dokumentation.