Die Antike im Griff der Identitätspolitik
Die Antike wird heute als kulturelle Wiege Europas gefeiert oder als Vorhut des Kolonialismus verdammt. Beides verkennt ihren unzeitgemäßen Charakter.
Die Antike wird heute als kulturelle Wiege Europas gefeiert oder als Vorhut des Kolonialismus verdammt. Beides verkennt ihren unzeitgemäßen Charakter.
Lernen von der Antike: Eine Ausstellung in Kassel feiert die archäologische Exkursion des Simon du Ry.
Wenn selbst die bürgerliche Mitte die Antike aus dem Blick verliert, ist die politische Mündigkeit in Gefahr. Denn nur wer das christlich-jüdische und griechisch-römische Erbe kennt, kann Pläne für die Zukunft machen. Ein Gastbeitrag
„Papyrus“ von Irene Vallejo ist das erfolgreichste spanische Sachbuch der vergangenen Jahre und wird in 35 Sprachen übersetzt: Ein Besuch bei der Botschafterin des Lesens.
Das Metropolitan Museum in New York zeigt Rekonstruktionen antiker Statuen in Farbe. Auch für Amerikaner, die das Altertum oft als Welt weißen Marmors imaginierten, ist das ein Lernerlebnis.
Zwischen Paradiesstränden und archäologischen Stätten: Seit der Antike wird in Urla Wein angebaut, aber auch Surfer und Historiker finden auf der türkischen Halbinsel optimale Bedingungen.
Der Sommer ist noch lange nicht vorbei. Höchste Zeit, sich einen Blickfang für Balkon, Terrasse oder Garten zu leisten.
Smartphone-Apps sind nicht nur preiswerte Alternativen zu gedruckten Reiseführern, sondern bieten oft auch ein völlig neues Stadterlebnis.
Wie Römerschiffe ausgesehen haben, ist bekannt. Nun interessiert Archäologen, was die Ruderer und Segler eigentlich angetrieben hat. Im Mainzer Museum für Antike Schifffahrt wollen sie ihre Ergebnisse präsentieren.
Papyrus war das Papier der Antike, das besonders im alten Ägypten verbreitet war. Doch über die Herstellung und das Recyclings des Materials ist vergleichsweise wenig bekannt.
Die Erforschung alter DNA in der Archäologie ist in den letzten Jahren explodiert. Weil die Knochen, um die es geht, knapp sind, fordern Wissenschaftler jetzt ethische Grundsätze. Wo liegen die Problemfälle? Ein Interview.
Hat der Westen das imperialistische Denken von Homer und Platon geerbt? Warum die Debatte über koloniale Schuld gerade die Altertumswissenschaft spaltet.
Zuerst Frisur und Blumenkauf, dann vielleicht in den Zoo oder ins Museum. Theater und Opern rangieren bei den nächsten Öffnungsschritten weit hinten. Warum? Ein Gastbeitrag.
Dem Aroma Roms verfallen: Der Kunsthistoriker und langjährige Hertziana-Direktor Matthias Winner wird neunzig Jahre alt.
Die postkoloniale Bewegung fordert ein neues Bild der Antike – frei von historischem Bewusstsein und ganz nach den eigenen Moralvorstellungen. Ein Gastbeitrag.
Niemand ist unbedenklich: Der Dichter Mirko Bonné hat Joseph Conrads populären Roman um die abenteuerliche Reise und die Besatzung der „Narcissus“ neu übersetzt.
Trends sind oftmals kurzlebig und haben mit Nachhaltigkeit nicht viel zu tun. Mit dem Terrazzo liegt jedoch nicht nur ein Material zeitloser Schönheit im Trend, sondern auch ein ressourcenschonender Baustoff — mit viel Zukunftspotenzial.
Was kann es heißen, die Wissenschaften vom Altertum zu „dekolonisieren“? In den Vereinigten Staaten wird unter dieser Losung ein umgekehrter Rassismus propagiert, der die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft gefährdet. Ein Gastbeitrag.
Hungerstreik, Schlaflosigkeit, Flucht, Träumen: Iris Därmann erzählt in ihrer Studie „Undienlichkeit“ eine Geschichte des passiven Widerstands gegen Gewalt und Sklaverei seit der Antike. Ein Gespräch.
Das passt nicht zusammen – oder doch? Ein Blick in die Geschichte zeigt: Die großen Vorantreiber der amerikanischen Demokratie waren zugleich Sklaventreiber.
Ob Protonen und Neutronen elementar sind oder aus fundamentaleren Teilchen bestehen, war lange umstritten. Das klärte sich erst, als Jerome Isaac Friedman, Henry Kendall und Richard Taylor in einem bahnbrechenden Experiment die Quarks aufspürten. Heute feiert Friedman seien neunzigsten Geburtstag.
Ein bisschen Spekulation ist immer dabei. Aber Forschungsergebnisse lassen keine Zweifel übrig. Die Antike war voller Farben. Wie das ausgesehen haben mag, zeigt die Ausstellung „Bunte Götter – Golden Edition“ im Frankfurter Liebieghaus.
Der Streit um politisch korrekte Deutung hat die Altertumswissenschaften erfasst. Soll man die antike Welt am Maßstab der Gegenwart messen? Ein Gastbeitrag.
Donna Zuckerberg hat ein Buch über frauenhassende Männerrechtler, die sich im Internet organisieren und die Antike lieben, geschrieben. Im Interview spricht die Schwester des Facebook-Gründers über Pick-up-Artists, soziale Medien – und norwegische Massenmörder.
Müssen Schwedens Schulen künftig ohne Antike und Mittelalter auskommen? Die zuständige Behörde möchte mehr Platz für die Nachkriegszeit schaffen.
Von Zusatzjobs bis zur Arbeitslosigkeit: In der Uraufführung von Jérôme Bels „Isadora Duncan“ erfährt der Zuschauer Dinge über die Arbeitsbedingungen der Tänzer, nach denen er nie zu fragen gewagt hätte.
Während Museen mit der Vielfarbigkeit antiker Skulpturen hadern, vermittelt jetzt ausgerechnet ein Videospiel ein historisch akkurates Bild der alten Welt.
In der Antike galt König Krösus als der reichste Mensch der Welt. Im Umgang mit Geld leistete er sich aber grobe Fehler.
Vor 250 Jahren kam Johann Joachim Winckelmann in einem Hotelzimmer in Triest auf rätselhafte Weise zu Tode. Noch heute geben Leben und Ableben des gelehrten Archäologen Anlass zu Spekulationen.
Bei der Londoner Frieze-Masters-Messe wurden zwei attische Artefakte mit fragwürdiger Provenienz angeboten. Auftraggeber für den Verkauf war ein schweizerischer Kanton.
Die größte Insel im Mittelmeer schaut auf eine abwechslungsreiche Vergangenheit zurück – und ist auch heute voller Leben: elegante Stätten der Antike, von weitem sichtbar der Vulkan Ätna und die quirlige Hauptstadt Palermo.
Vergangener Pomp, alte Pracht: Eine Ausstellung in Paderborn erzählt von der Sehnsucht des Nordens nach Rom. Und spielt mit der Unschärfe und Weite des Antikenbegriffs.
Das Kolosseum in Rom wird einer Verjüngungskur unterzogen. Die erste Stufe ist bereits abgeschlossen, nun erstrahlt das antike Gebäude wieder in Weiß. Die Finanzierung durch einen Schuh-Unternehmer war umstritten.
Die syrische Stadt Palmyra befindet sich in der Hand des „Islamischen Staats“. Schon in der Antike kam der Stadt, die Ost und West verband, eine besondere Bedeutung zu. Von ihrem neuen Brückenkopf aus können die Islamisten weiter nach Westen vorstoßen.
Die Berliner Humboldt-Universität hat das Forum in Rom digital rekonstruiert: ein Lernort, an dem man mit einem Mausklick durch Epochen springt. Sechs verschiedene Bauzustände lassen sich durchwandern.
Blutcocktail für ein paar Atriden aus der Boutique der Antike: Für ihr Intendanten- und Regiedebüt am Hamburger Schauspielhaus mixt Karin Beier bei den „Rasenden“ Aischylos, Euripides, Hofmannsthal und Sartre.