Timbuktu

Intellektuelles Zentrum der islamischen Wissenschaften
 
Timbuktu ist eine Oasenstadt im westafrikanischen Staat Mali. Sie liegt am Rande der Sahara und wird auch „Stadt der 333 Heiligen“ oder „Perle der Wüste“ genannt. Bis Anfang des 14. Jahrhunderts hatte sich die Stadt Timbuktu zu einem bedeutenden westafrikanischen Geschäfts, Handels und Bildungszentrum gemausert. Die Djinger-ber-Moschee, die Sankóre-Moschee und die Sidi Yahia-Moschee, sowie 16 Friedhöfe und Mausoleen, die das Stadtbild prägen, zählen seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
 
Der Konflikt im Norden des Landes:
 
Die Republik Mali galt seit den ersten freien und demokratischen Wahlen 1992 als Vorzeige-Demokratie in Westafrika. Jedoch nicht aus Sicht der Tuarek. Das Nomadenfolk im sehr trockenen Norden des Landes fühlte sich von der Malischen Regierung wirtschaftlich an den Rand gedrängt. Sie forderten deshalb die Unabhängigkeit des Nordens. Um dieses Ziel zu erreichen, verbündeten sich die Tuarek mit verschiedenen teils radikalislamistischen Gruppen und brachten 2012 den Norden Malis unter ihre Kontrolle. Jedoch verloren sie ihn anschließen an die Islamisten, die nun allmählich auch den Süden angriffen. Zusätzlich war das Land durch einen Militärputsch destabilisiert. Auf internationalen Druck hin wurde ein ziviler Übergangspräsident ernannt. Dieser bat schließlich Frankreich und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft um Hilfe.

Frankreich entsandte Soldaten nach Mali, um für Stabilität zu sorgen. 2013 konnten deshalb wieder Präsidentschaftswahlen stattfinden, die Ibrahim Boubacar Keïta gewann. Er war bis zu einem Militärputsch 2020 im Amt. Im folgenden Jahr kam es erneut zu einem Militärputsch, diesmal gegen die Übergangsregierung. Seitdem trägt das Amt des Präsidenten kommissarisch Oberst Assimi Goita. Seit Oktober 2020 befindet sich das Land in einer Übergangsphase außerhalb der Verfassungsordnung.
 
Ein Akt der Zerstörung, der die Welt empört
 
Später im selben Jahr hissten Rebellen die schwarze Fahne des Dschihad in Timbuktu und zerstörten neun Mausoleen und das Tor zur großen Sidi Yahia-Moschee. Elf Monate herrschten islamische Extremisten in Timbuktu. Fünf Jahre nach der Zerstörung der jahrhundertealten Kulturgüter hat der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) den Opfern eine Entschädigung in Höhe von 2,7 Millionen Euro zuerkannt und den Ex-Dschihadistenführer Ahmad al-Faqi al-Mahdi zu neun Jahren Haft verurteilt.

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