„Ich bin gegen die SPD sozialisiert worden“
Sylvia Löhrmann, Bildungsministerin in Nordrhein-Westfalen, spricht im Interview über ihre Sozialisation als Katholikin, den Segen der Grünen und die Rationalität einer schwarz-grünen Bundesregierung.
Sylvia Löhrmann, Bildungsministerin in Nordrhein-Westfalen, spricht im Interview über ihre Sozialisation als Katholikin, den Segen der Grünen und die Rationalität einer schwarz-grünen Bundesregierung.
Vor einer gewaltigen Menschenmenge auf dem Petersplatz in Rom hat Papst Franziskus am Sonntag sein erstes Angelus-Gebet gesprochen. Am kommenden Samstag will er seinen Vorgänger Benedikt XVI. besuchen.
Wir haben wieder einen Papst, die Freude ist groß. Aber wie sollen wir ihn denn nun nennen? Wir Deutschen gefallen uns in der Rolle der Weltläufigen. Da ist ein Papst Franz doch ein wenig schnöde.
Von Marie Katharina Wagner und Jörg BremerFrankfurt/Rom. Im Jahr 1976 schrieb Jorge Mario Bergoglio einen Brief an einen Bruder des verschwundenen Jesuiten ...
Die Wahl des argentinischen Kardinals Jorge Mario Bergoglio zum Papst war natürlich keine Revolution. Sie ist aber die Wahl einiger Ideen und Gesten, die weit ...
Argentinien in den siebziger Jahren: Das Militär verschleppt die Patres Ferenc Jalics und Orlando Yorio. Erst nach fünf Monaten kommen sie wieder frei. Bis heute glauben manche, dass Jorge Mario Bergoglio sie verriet.
„Ich habe viele Aktionen unternommen, damit Ihr Bruder freikommt.“ Das schrieb der heutige Papst Jorge Mario Bergoglio an einen Bruder des verschwundenen Jesuiten Franz Jalics. Der Brief liegt der F.A.S. vor.
Vor rund 6000 Journalisten hat Papst Franziskus im Vatikan erläutert, was er in seinem Pontifikat vor hat - und sich bei den Medienvertretern für ihre Arbeit bedankt. Die waren verblüfft. Es blieb nicht die einzige Überraschung an diesem Tag.
Die Namensfindung eines neuen Papstes orientiert sich meist an den Titeln seiner Vorgänger. Jorge Mario Bergoglio wollte Franziskus heißen. Nicht aus einer Laune heraus, sondern als Verpflichtung und Maßstab zugleich.
Papst Franziskus scheint ein Tierliebhaber zu sein. Spontan ließ das Kirchenoberhaupt Blindenhund „Asia“ zu sich bringen - und segnete ihn. Der stolze Hundebesitzer sagte einem Journalisten, er habe vor Aufregung kein Wort herausgebracht.
Papst Franziskus lässt die Kirchenverwaltung vorerst im Amt. Er will noch über die Neubesetzung der Posten nachdenken. Da hat er einiges zu tun: Bisher regierte der Filz den Vatikan.
In scharfem Ton hat der Vatikan Vorwürfe wegen der Rolle von Papst Franziskus während der argentinischen Militärdiktatur zurückgewiesen. Es habe nie „glaubwürdige“ Anschuldigungen gegeben, sagt Vatikansprecher Lombardi. Unterdessen empfing Franziskus alle Kardinäle bei einer Audienz.
Der Vatikan hat sich in die Debatte um die Rolle von Papst Franziskus während der argentinischen Militärdiktatur eingeschaltet und alle Vorwürfe zurückgewiesen. Franziskus wird eine zu große Nähe zur Militärjunta zur Last gelegt.
Papst Franziskus ist ein Nachfahre einfacher italienischer Bauern und besitzt auch deshalb ein großes historisches Bewusstsein für sein Amt. Er scheint sehr genau zu wissen, was er will und tut.
Es wird viel über die Bescheidenheit des neuen Papstes gesprochen. Aber in Argentinien sehen ihn Politiker auch kritisch. 1985 war für Bergoglio Frankfurt am Main eine Etappe auf dem Weg zum Papstamt.
Der neue Papst ist ein großer Fußballfan: Jorge Mario Bergoglio begeistert sich seit seiner Kindheit für einen Klub aus Buenos Aires. Viele Argentinier hoffen bereits auf seinen Segen für die WM 2014.
Ein Ordensmann aus Lateinamerika, der sich Franziskus nennt - das ist revolutionär. Der erste Auftritt des Papstes weckt hochfliegende Erwartungen an Stil und Inhalt des neuen Pontifikats.
Die Wahl von Papst Franziskus ist überall auf der Welt mit großem Jubel aufgenommen worden - und hat ebenso große Erwartungen geweckt. Besonders die Protestanten in Deutschland hoffen auf eine Verbesserung der Ökumene und einen Papst, der sich einmischt.
Jörg Bremer, Rom-Korrespondent der F.A.Z., war auf dem Petersplatz, als sich der neue Papst der Welt vorstellte. Im Telefoninterview erzählt er von Überraschung der Italiener, der Einfachheit der Jesuiten und von einem Papst namens Franziskus, der heute früh zu Fuß zur Arbeit ging.
Franziskus I. heiße der neue Papst, melden die Medien am Mittwochabend weltweit - auch FAZ.NET. Bis die Korrektur aus dem Vatikan kommt: nur Franziskus.
Stolz sind sie alle: In Buenos Aires, der Heimatstadt von Papst Franziskus, wurde seine Wahl mit großem Jubel aufgenommen. Jorge Mario Bergoglio wuchs dort in einem Arbeiter- und Mittelklasseviertel auf - bis ihn die Erleuchtung überkam.
Der neue Papst Franziskus hat am Morgen nach seiner Wahl durch das Konklave die wichtige römische Basilika Santa Maria Maggiore für ein Gebet aufgesucht. Die Wahl des Argentiniers zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche wird mit Hoffnungen auf Reformen im Vatikan verbunden.
Nie zuvor hat sich ein Papst nach dem Heiligen Franziskus benannt. Der Ordensgründer genießt dank seines Einsatzes für die Armen bei Gläubigen bis heute hohes Ansehen. Die Namenswahl könnte ein Hinweis sein, dass der Argentinier Bergoglio die Kirche für reformbedürftig hält.
Mit der Wahl des argentinischen Kardinals Bergoglio zum Papst Franziskus wendet sich auch die katholische Kirche hin zu den aufstrebenden Regionen und Nationen des Südens. Europa hat das Nachsehen.
Mit der Wahl von Jorge Bergoglio wurden Zeichen gesetzt. Er ist der erste Nichteuropäer seit der Antike. Der Argentinier selbst hat diese Zeichen sofort erwidert und einen Namen gewählt, der einen Neuanfang in der Papstgeschichte markiert: Franziskus.
Die römisch-katholische Kirche hat erstmals ein Oberhaupt aus Lateinamerika. Das Konklave wählte Kardinal Jorge Mario Bergoglio aus Argentinien. Der 76 Jahre alte bisherige Erzbischof von Buenos Aires wählte den Papst-Namen Franziskus. Er ist der erste Pontifex aus dem Jesuitenorden.
Mit Jorge Bergoglio kommt zum ersten Mal ein Papst aus Lateinamerika. Bereits beim letzten Konklave 2005 war der argentinische Jesuit der stärkste Kandidat hinter Joseph Ratzinger gewesen.
Nach dem fünften Wahlgang des Konklave steigt um 19.07 Uhr weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle auf. Um 20.12 Uhr wird der Argentinier Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst bekanntgegeben. Erstmals kommt das Oberhaupt der katholischen Kirche nicht aus Europa.
Spannung auf dem Petersplatz: Im vierten Wahlgang versuchen die 115 Kardinäle, einen neuen Papst zu bestimmen. Noch steigt kein Rauch aus dem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle.
Der Beginn der Papstwahl steht kurz bevor. Seit dem Mittelalter, als ein Konklave auch 1005 Tage dauern konnte, hat sich manches geändert - aber längst nicht alles. Der Rauch wird inzwischen jedenfalls künstlich erzeugt.
Kardinäle aus aller Welt streiten in Rom darüber, ob nur ein Papst gewählt oder auch die Kurie reformiert werden soll. Ein Favorit für die Nachfolge Benedikts ist nicht in Sicht.
Sieben Jahre, zehn Monate und neun Tage dauerte das Pontifikat von Benedikt XVI. Jetzt hat für die römisch-katholische Kirche die Zeit ohne Papst, die Sedisvakanz, begonnen. Am Freitag hat der Vatikan nun die Kardinäle offiziell aufgefordert, sich für das Konklave in Rom zu versammeln.
Rückblick am freiwilligen Ende eines Pontifikats: Benedikt XVI. haben vor allem die klassischen Fragen der abendländischen Christenheit interessiert. Sein Projekt, den Glauben als vernünftige Option vorzulegen, machte nicht an den Grenzen der Kirche halt.
Castel Gandolfo ist von alters her Rückzugsort der Päpste. Hierher kommen sie, wenn es ihnen in Rom zu heiß, zu stickig, zu schmutzig wird. Wenn Benedikt XVI. dort am Nachmittag landet, wird er nur noch wenige Stunden Papst sein.
Der Rückzug Papst Benedikts XVI. als Akt einsichtsvoller Selbstbescheidung steht im eindrucksvollen Kontrast zum öffentlichen Sterben Johannes Pauls II. vor acht Jahren. Doch über dem einen wie dem anderen Ende des Pontifikats liegen dieselben Schatten.
1969 hat ein junger Theologe auf die Überlastung des Papstes hingewiesen - es war Joseph Ratzinger. Sein Aufsatz ist ungebrochen aktuell. Umsetzen konnte er im Amt wenig. Dazu reichte seine Kraft nicht. Benedikts Nachfolger ist es aufgegeben, dessen Vermächtnis mit Leben zu erfüllen.