Fernweh und Liebesnot
Auch in München wählten die Kunden gezielt aus dem Angebot: Ergebnisse der Buchauktionen bei Zisska & Schauer und Hartung & Hartung.
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Christian Thielemann ist der ungekrönte König von Salzburg. Sein Reich erstrahlt im Glamour. Doch die wahren Schätze liegen nicht auf der Hofstallgasse.
Schlechtes Deutsch, aber gute Schauspieler in Shakespeares letzter Komödie „Maß für Maß“: Gert Voss und Lars Eidinger brillieren bei den Salzburger Festspielen in Thomas Ostermeiers Inszenierung.
Sinkende Schülerzahlen machen den Herstellern von Schulranzen zu schaffen. Mit Glitzer und Zubehör wie Turnbeutel oder Brotdose halten sie dagegen.
„Immer noch Sturm“ von Peter Handke ist voller Wunder und ein großes dramatisches Gedicht über seine slowenischen Ahnen. Dimiter Gotscheff macht daraus bei den Salzburger Festspielen nur einen Familienschnipselgottesdienst.
Nackte, odorierende Füße sind jetzt auch auf den Salzburger Festspielen angekommen: Die feine Gesellschaft ziert sich nicht, ihre Käsemauken auf den Rücksitzen der Vorderreihe abzulegen. Was kommt als nächstes?
Das hat längst Tradition: Zur Festspielzeit geben auch die Galerien der Stadt ihr Bestes. Es gibt Gipfelsturm, Informel und Chrom.
Die Iolanthe-Inszenierung mit Anna Netrebko ist in Salzburg nicht mehr exklusiv. Für die öffentlichen Proben werden teure Karten verkauft. Doch alle sind glücklich, wenn die Russin in der Stadt Hof hält. Es gibt aber auch noch echte Neuigkeiten.
Die entlaufene Kuh Yvonne trotzt ihren Herdentier-Genen - und macht Zangberg zur Sommertier-Metropole. Nach langer Hatz haben die Bayern nun ihre Taktik geändert. Man geht nicht mehr zu Yvonne in den Wald, sondern lässt Yvonne aus dem Wald kommen.
Kein Kartenmangel wie in Bayreuth und weitaus günstiger als Salzburg: Die Opernfestspielen in Bad Hersfeld bringen in diesem Jahr „Die verkaufte Braut“ und Gioacchino Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ auf die Bühne.
Ein Albtraum: Nach dreihundert Jahren noch immer im selben Gerichtsprozess. Ein Ereignis: Christoph Marthaler inszeniert Leoš Janáčeks Oper „Die Sache Makropulos“ in Salzburg abgründig komisch.
Live aus Salzburg und dem Kanzleramt: „Die Dirigentin“ heißt der neue Roman von Wolfgang Herles. Es kommt darin alles vor, was Männerherzen freut - gute Weine, teure Bilder, schnelle Autos und Elina Garanca.
Die Bamberger Antiquitätenhändler zeigen ihre schönsten Stücke. Darunter sind Louis-XVI-Bergèren, ein heiliger Florian mit Wassereimer und ein Tabouret, das ursprünglich für Erzbischof Thun-Hohenstein gefertigt wurde.
Fast vier Minuten lang, gut vierzig Meter breit: Tatiana Serjan, die in Salzburg die Lady Macbeth singt, hat in der Felsenreitschule Zeit und Raum, sich in Wahnsinn einzustimmen. Peter Stein inszeniert das etwas zu pompös, Ricardo Muti dirigiert festspielwürdig.
In einer Zeit, die vor Lärm und Bilderflut zunehmend das wirkliche Hören verlernt, kommt Markus Hinterhäuser, der Intendant für einen Sommer, zum Erfolg - mit einer eigenwilligen Dramaturgie: Der Konzertreigen bei den Salzburger Festspielen.
Am Wolfgangsee treffen sich jedes Jahr im Hochsommer die Piloten europäischer Wasserflugzeuge zur Airchallenge. Zwei Kategorien lassen sich unterscheiden: Flugboote, deren Rumpf im Wasser aufsetzt, sowie Flugzeuge mit Schwimmern.
Viel Wind für eine Luftnummer: Roland Schimmelpfennigs „Die vier Himmelsrichtungen“, das jetzt in Salzburg uraufgeführt wurde, trägt schwer an seiner Mythenlast. Drei Dramenideen treten sich ständig auf den Füßen herum.
Lange nicht gespielt, jetzt endlich wieder zurück: Die Strauss-Oper „Frau ohne Schatten“ in Christof Loys Salzburger Inszenierung ist größtes Sängerglück. Christian Thielemann triumphiert als Dirigent.
So genial hat man „Faust I“ noch nie gesehen. So läppisch „Faust II“ auch noch nicht. Der Regisseur Nicolas Stemann setzt in Salzburg beide Teile von Johann Wolfgang von Goethes Tragödie in Szene. Und spaltet sich und acht lange Festspiel-Stunden.
Erst wollte man ihn nicht, dann musste er doch antreten: Der Pianist Markus Hinterhäuser leitet die diesjährigen Salzburger Festspiele - dann zieht er weiter nach Wien. Hier erläutert er seine Beweggründe.
Seefahrten, Musik und eine letzte Maß mit dem „Kini“: Enoch zu Guttenbergs Herrenchiemsee-Festspiele sind ein Volksfest der Kunst - nicht so hochnäsig wie Salzburg, nicht so elitär wie Bayreuth, sondern einfach schön.