Im Raum der Erinnerung
Im Staatstheater Darmstadt gelingt Eva-Maria Höckmayr und hervorragenden Sängerdarstellern eine soghafte, intensive Neuinszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“.
Im Staatstheater Darmstadt gelingt Eva-Maria Höckmayr und hervorragenden Sängerdarstellern eine soghafte, intensive Neuinszenierung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“.
Er liebte Wagner – und fand durch deutsche Soldaten den Tod. Albéric Magnard und sein Werk erleben eine Renaissance, auch an der Oper Frankfurt. Gut so, finden Dirigentin und Regisseur.
Richard Wagners in der Romantik verhaftete Oper so zu erzählen ist mutig: In der Neuinszenierung von „Der fliegende Holländer“ am Staatstheater Wiesbaden geht es um eine MIssbrauchsgeschichte. Das Publikum buht die Regie aus.
Welche zehn Opernproduktionen waren in diesem Jahr herausragend? Der Blick geht nach Bayreuth und Berlin, nach Frankfurt und Frankreich, nach Italien, Dänemark, Tschechien und Österreich.
Die Bayreuther Festspiele werden 2026 ihr 150-jähriges Jubiläum feiern. Dazu war Großes geplant. Doch jetzt reicht das Geld dafür nicht. Das Programm wird reduziert.
Potporris haben auch ihr Gutes: Der Privatveranstalter Opera Classica Europa bittet zur gelungenen Wagner-Gala in die Alte Oper.
Joseph Haydns Oper „Armida“ bietet eine letzte Gelegenheit, das Schlosstheater Friedrichs des Großen im Neuen Palais Potsdam vor dem Umbau zu besuchen. Das Stück aktualisiert sich von selbst.
Richard Wagners „Meistersinger“ rufen zur Verehrung „deutscher Meister“ auf – das gilt seit 1945 als problematisch. Doch gerade heute gilt es auch alte und neue deutsche Meister zu verteidigen, wie eine Inszenierung in Bonn zeigt.
Der Deutschen Oper Berlin gibt er künstlerische Stabilität, und seine Empathie kennt keine Stilgrenzen: Jetzt wird der Dirigent Donald Runnicles 70 Jahre alt.
Hasko Weber, der Intendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar, hat mit Musik nicht viel am Hut. Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ widersteht nun erfolgreich Webers Inszenierung.
Herbert von Karajan wurde 1955 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und blieb es bis zu seinem Tod 1989. Seine Karriere spiegelt das Wirtschaftswunder, an das die Westdeutschen weiter glaubten, als härtere Tage kamen. Er trieb die industrielle Verwertung der Musik voran, ohne die Kritik arbeitslos zu machen.
Wo Vladimir Jurowski als Dirigent ein intimes Konversationsstück sucht, macht Tobias Kratzer aus Richard Wagners „Rheingold“ an der Münchner Staatsoper eine bitter-komische Tragödie.
Musiktheaterpremieren im Oktober
Sieben Geschichten über Selbstbewusstsein, das sich auf Kunst stützt, und Stolz auf die Fülle der Waren.
Der Hip-Hop der Nullerjahre ist zurück. Dabei wissen wir heute: Viele Texte strotzen vor Seximus, P.Diddy wurde gerade wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. Wie sollten wir mit ihm, Kanye West, Eminem und Co. umgehen?
Michael Thalheimer lässt Richard Wagners „Tristan und Isolde“ zum öden Rampentheater erstarren. Da rettet auch das Dirigat von Marc Albrecht nicht mehr viel. Aber Elisabet Strid als Isolde verausgabt sich.
Dieses Licht kennt keine Dunkelheit: Hier lesen Sie vier Kurzkritiken von der Musikseite der F.A.Z.
Seine Musik stößt in überirdische Dimensionen vor. Sie ist ein Kompendium kosmologischer Entwürfe. Vor 200 Jahren wurde der Komponist Anton Bruckner geboren.
Mit seinem Vorbild Richard Wagner hat Anton Bruckner wenig gemein.
Eine Auswahl an Musiktheaterpremieren im September
Klaus Florian Vogt gelingt bei den Bayreuther Festspielen eine starke Neuinterpretation des Siegfried. Aber die Regie von Valentin Schwarz versetzt das Publikum erneut in Wut.
Zweimal „Fliegender Holländer“ in Bayreuth: Die Kinderoper zeigt, wie man klug vereinfacht, die „große“ Oper, wie eine kluge Aktualisierung aussieht.
Bei „Rheingold“ und „Walküre“ in Bayreuth unter der Leitung von Simone Young zeigt sich eine Weltelite der Stimmen. Michael Spyres und Vida Miknevičiūtė als Siegmund und Sieglinde beweisen: Es gibt keine Krise des Wagner-Gesangs.
Nach dem Militärschlag der Hizbullah wächst im Nahen Osten die Sorge vor einer Eskalation. Der bayerische Landtag will sich vor Extremisten schützen. Und Schwimm-Olympiasieger Lukas Märtens könnte die nächste Medaille gewinnen.
„Tannhäuser“ und „Parsifal“ gelingen hinreißend in Bayreuth, vor allem wegen der dirigentischen Leistungen von Nathalie Stutzmann und Pablo Heras-Casado. Auch Hänsel und Gretel kommen jetzt vor.
Joe Biden erklärt seinen Rückzug, in Berlin stehen Klimaaktivisten vor Gericht und die Bayreuther Festspiele beginnen. Der F.A.Z.-Newsletter.
Die Bayreuther Festspiele beginnen. Wie müsste man Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ sängerisch ideal besetzen? Eine verwegene Phantasie aus vielen Jahrzehnten Hörerfahrung.
Ein streitbarer Intellektueller: Udo Bermbach war Politikwissenschaftler und legte hervorstechende Bücher über Wagner und Houston Stewart Chamberlain vor. Nun ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.
Die Einheit von Sprache und Musik: Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ schließt sich unter der Regie von Brigitte Fassbaender in Erl. Und Vincent Wolfsteiner ist ein stimmgewaltiger Siegfried.
Ist nicht auch Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ einer „Massenvergewaltigung“ durch Interpretation ausgesetzt? Bei den Tiroler Festspielen in Erl setzt die Regisseurin Brigitte Fassbaender diesem Missbrauch ihr geballtes Theaterwissen entgegen.
Die Urfassung von Anton Bruckners vierter Symphonie auf historischen Instrumenten: Das gab es noch nie zu hören. Jetzt bereiten Concerto Köln und die Duisburger Philharmoniker die Uraufführung vor.
Venedig war ihm ein anderes Wort für Musik: Renate Müller-Buck hat ein hinreißendes Buch über Nietzsche und die Lagunenstadt geschrieben.
Venedig war ihm ein anderes Wort für Musik: Renate Müller-Buck hat ein hinreißendes Buch über Nietzsche und die Lagunenstadt geschrieben.
Das Staatstheater Mainz erinnert mit „Gunlöd“ an Peter Cornelius. Die Titelfigur der Oper bewahrt einen Unsterblichkeitstrank für Odin auf.
Mit einem Festival und einer Opern-Rarität erinnert Mainz an den Komponisten Peter Cornelius, der vor 200 Jahren in der Domstadt zur Welt kam.
Katharina Wagner bleibt an der Spitze der Bayreuther Festspiele. Doch Änderungen in Leitung und Finanzierung sollen die Autonomie der Kunst stärken, zugleich wächst der Einfluss der Politik.