Das Gewissen eines Gutachters
Mit welchem Ereignis die deutschen Mittelschichten für das neue Regime gewonnen wurden – und was es heißt, zum Gutachter zu werden: Ein Gastbeitrag zur Debatte um die Hohenzollern und den Nationalsozialismus.
Mit welchem Ereignis die deutschen Mittelschichten für das neue Regime gewonnen wurden – und was es heißt, zum Gutachter zu werden: Ein Gastbeitrag zur Debatte um die Hohenzollern und den Nationalsozialismus.
Nach 1945 schienen nur wenige Zahnärzte in Deutschland so mit dem NS-Regime verstrickt gewesen zu sein, dass sie als kompromittiert gelten mussten. Viele konnten in der Bundesrepublik Karriere machen. Für die jüdischen Opfer in ihren Reihen galt dies nicht.
Sollen die Nachfahren des letzten deutschen Kronprinzen entschädigt werden? Die vorgelegten Gutachten fördern zwar wichtiges Tatsachenmaterial zutage – verwechseln aber Recht und Moral. Ein Gastbeitrag.
Hitler zur Wahl empfehlen, um ihn zu verhindern? Bei dem Versuch, den Kronprinz der Hohenzollern von dem Vorwurf freizusprechen, den Nationalsozialisten „erheblichen Vorschub“ geleistet zu haben, versteigt sich ein Gutachten in kühne Thesen. Ein Gastbeitrag.
Vor achtzig Jahren scheiterte Georg Elsers Anschlag auf Adolf Hitler – seine Bombe zündete nur wenige Minuten zu spät. Einen würdigen Platz in der Geschichte fand der Widerstandskämpfer jedoch lange nicht.
Zum ersten Mal zieht die NSDAP in den badischen Landtag ein. Die Frankfurter Zeitung zieht erste Schlüsse aus dem Wahlerfolg – und glaubt derweil nicht, dass die Partei die Demokratie gefährden könnte.
Karl Küpper veralberte im Karneval noch 1937 den „deutschen Gruß“. Nun will die AfD das Gedenken an den Karnevalisten für ihre Zwecke kapern. Geht das gut?
Grammatisch spricht Björn Höcke überaus korrekt, doch sonst hängen seine sprachlichen Bilder etwas schief. Besonders die Rechtsneigung ist unübersehbar.
Die Frankfurter FDP zählt 1011 Mitglieder – ein Rekord, über den sich Kreisvorsitzender Lieb freut. Weniger erfreut ist er über die Haltung Frankfurter Umlandgemeinden zur geplanten „Josefstadt“.
Kloster Eberbach im Nationalsozialismus: Eine Studie erforscht eine dunkle Zeit. Die Nazibonzen kamen gern, bekamen aber nur einfachen Wein kredenzt.
Von Anfang an waren die Nationalsozialisten bestrebt, Deutschland auf einen neuen Weltkrieg vorzubereiten. Dazu mussten sie auch die Bevölkerung militarisieren um eine wankende „Heimatfront“ wie im ersten Weltkrieg zu vermeiden. Ein Gastbeitrag.
Während der nationalsozialistischen Diktatur wurde der Jude Fritz Levisohn ausgeschlossen, verfolgt, verhaftet, misshandelt – und nach der Heimkehr erster Präsident von Schalke 04 nach dem Krieg. Ihm folgte ein Nazi der ersten Stunde.
Das Haus Hohenzollern streitet mit Bund und Ländern um sein Eigentum. Doch es geht noch um viel mehr – den Anteil der preußischen Herrscher an der jüngeren deutschen Geschichte.
Offenbach hat dem früheren Direktor des Deutschen Ledermuseums, Hugo Eberhardt, viel zu verdanken. Aber seine zweifelhafte Rolle im „Dritten Reich“ untersucht nun erstmals ein Historiker.
In Püttlingen trinken stolze Europäer, Konservative kaufen flache Schuhe, Muslime reden wie Katholiken. In Lebach steht das berühmte „Ankerzentrum“. Und an der Grenze marschieren „Gelbwesten“. Eine Reise in die Welt, aus der Annegret Kramp-Karrenbauer kommt.
Bis 1933 schrieb Hans Keßler an seine Mutter fast 100 Briefe und Postkarten über sein Leben als Bauhaus-Student. Sie sind ein einzigartiges Zeitdokument.
Karl Klingspor gilt als einer der Großen in der Geschichte Offenbachs. Nun untersucht ein Forscher das Verhältnis des Schriftgießereibesitzers zum „Dritten Reich“.
Im Spätsommer 1944 werden zwei gefangene amerikanische Soldaten in Groß-Gerau ermordet. Das Stadtmuseum Groß-Gerau zeigt, wie es zu der ungewöhnlich brutalen Bluttat kam.
Ein Besuch in Stockholm als Widerstand gegen die NS-Diktatur: Vor 75 Jahren rettete der Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz die dänischen Juden vor der Deportation.
Thomas Sternberg zieht Parallelen zur NSDAP, die in der Weimarer Republik demokratisch ins Parlament gewählt wurde. Er fordert den „Widerstand aller freiheitlich-demokratischen Kräfte“, um den Aufstieg der AfD zu verhindern.
Madeleine Albright ist alt genug, um sich an den „richtigen“ Faschismus erinnern zu können. Jetzt schreibt sie über dessen Wiederkehr.
Im Bundesarchiv liegt ein Blatt Papier, das Martin Heideggers Mitwirkung am Holocaust beweisen soll. Tatsächlich belegt die vermeintliche große Entdeckung nur den denunziatorischen Eifer von Heideggers Gegnern.
Ein Gespräch mit dem Kulturwissenschaftler Helmut Lethen über sein neues Buch „Die Staatsräte“, das von der Elite im „Dritten Reich“ handelt – und zugleich als Lehrstück für die neuen Rechten gelesen werden kann.
Viele Christen erkannten erst, mit wem sie es zu tun hatten, als die Nazis schon an der Macht waren.
Viele taten es. Sie „erahnten“ den Willen Hitlers und übten vorauseilenden Gehorsam. Ein Beispiel aus München.
Vom Offizier zum Pazifisten. Der in jeder Hinsicht ungewöhnliche Lebensweg des großen Protestanten Martin Niemöller
1932 fielen die christliche Weihnacht und das jüdische Lichterfest zusammen. In den Wohnstuben trafen sich Leuchter und Weihnachtsbäume.
Der frühere Außenminister Joschka Fischer sieht eine direkte Linie von der NSDAP zur AfD. Viele in der aktiven Führungsriege der Partei „reden wie Nazis und denken wie Nazis“, sagte Fischer in einem Interview.
Statt Herbstidylle: In der Gegenwart New Yorks besuchen Marie und Gesine Cresspahl ihre Freundin Annie und geraten in den Albtraum einer Ehe. Achte Lektürewoche in Uwe Johnsons „Jahrestagen“.
Erleichterung in China, Glückwünsche aus Madrid und Empörung über die AfD in Ankara: Die F.A.Z.-Korrespondenten berichten über die internationalen Reaktionen auf den Ausgang der Bundestagswahl.
Die Weimarer Republik gilt als ein Lehrstück für die Gefährdung und Selbstgefährdung der Freiheit. Jüngste Entwicklungen in unserer Demokratie scheinen an Zustände während der Weimarer Republik zu erinnern. Eine Bilanz.
Felix Römer erzählt die Lebensgeschichte Theodor Habichts, der in den 1920er Jahren die NSDAP in Wiesbaden zu überdurchschnittlichen Wahlerfolgen führte, bevor er im Juli 1934 in Wien den Umsturzversuch gegen die österreichische Regierung befehligte und damit kläglich scheiterte. Von Hitler weiterhin gedeckt, wurde Habicht in der Folge Bürgermeister von Wittenberg und Koblenz, bevor er im November 1939 als Unterstaatssekretär in das Auswärtige Amt eintrat.
1932 steigt die NSDAP in freien Wahlen von einer rechtsextremen Splitterpartei zur stärksten Kraft auf. Waren die Nationalsozialisten – was Mitglieder und Wähler betrifft – wirklich Ausdruck eines „Extremismus der Mitte“?
Dem Nationalsozialismus war es in den frühen 1930er Jahren gelungen, Ortsgruppen und Stützpunkte in vielen Städten der Schweiz einzurichten. Selbst die Hitler-Jugend war präsent, in Bern etwa unter dem HJ-Führer Richard von Weizsäcker, dem Sohn des deutschen Gesandten Ernst von Weizsäcker.
Eine Demokratie muss nicht deswegen scheitern, weil sie Gegenwind bekommt. Sie scheitert nur dann, wenn sie keinen Rückenwind bekommt, etwa von Politikern und den Medien. Das zeigt das Beispiel der Weimarer Republik.
Zwischen Freunden und Feinden: Die Politiker der Weimarer Republik hätten mehr Zeit gebraucht, die Probleme zu bewältigen, die geerbt wurden. Kompromissfähigkeit fehlte. Ein Gastbeitrag.