Fette süße Klänge, doch auch des Gedankens Blässe
Stefan Herheims macht aus „Manon Lescaut“ an der Semperoper eine schwerfällige Freiheitsheldin. Christian Thielemann umgibt sie mit wundervollem Klang.
Stefan Herheims macht aus „Manon Lescaut“ an der Semperoper eine schwerfällige Freiheitsheldin. Christian Thielemann umgibt sie mit wundervollem Klang.
Christian Thielemann sagt oft: Ich, ich, ich. Vielleicht wäre er gern des Teufels Dirigent - vor allem aber will er mit der Musik Richard Wagners überwältigen.
Christian Thielemann sagt in seinem Buch über Wagner zu oft „Ich“, Geert Lovink rechnet mit dem Web 2.0 ab und Hans Ulrich Gumbrecht gibt ein „Drip Painting“ der Nachkriegszeit. Dies und mehr in den F.A.Z.-Sachbüchern der Woche.
Christian Thielemanns Antrittskonzert in der Semperoper lockt die musikalische Welt nach Dresden. Und pünktlich zelebriert er mit seiner Staatskapelle die Magie schönen Einzelklangs. Das große Ganze fehlt.
Von Guido HolzeDie Frankfurter Zuhörer sind die Ersten, die Christian Thielemann außerhalb seiner neuen Wirkungsstätte in seiner neuen Funktion erleben: Der
Leidenschaft, Fachkenntnis, Kampfgeist: Ulrike Hessler war ein Glücksfall für das musikalische Leben. 2010 kam sie als Intendantin an die Semperoper in Dresden, mit erst 57 Jahren ist sie nun in München gestorben.
Der neue „Holländer“ mit Christian Thielemann und Jan Philipp Gloger gerät bieder, bei den Kinder-„Meistersingern“ aber fliegt fast das Dach weg.
Die Osterfestspiele in Salzburg wollen ihr elitäres Image abschütteln. Bizets „Carmen“ wäre dafür der richtige Stoff. Simon Rattle jedoch handhabt ihn ohne Bühnengespür.
Immer öfter werden Klassik-Konzerte im Kino übertragen. Die Metropolitan Opera in New York verdient damit Millionen. Nun versuchen es auch die Philharmoniker aus Berlin. Aber läuft da wirklich ein gelungener Film?
Das Wunder von Baden-Baden: In der Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“ brillieren der orchestrale Klang und die Stimme der Sopranistin Renée Fleming.
Christian Thielemann ist der ungekrönte König von Salzburg. Sein Reich erstrahlt im Glamour. Doch die wahren Schätze liegen nicht auf der Hofstallgasse.
In Salzburg stehe man unter hohem Qualitätsdruck, findet Christian Thielemann. Aber er habe sich gesagt, "wann, wenn nicht jetzt". Thielemann ist in Hochstimmung, und an Selbstbewusstsein hat es ihm nie gefehlt.
Das Medienecho täuscht: Die Salzburger Festspiele bestehen nicht nur aus spektakulären Opernaufführungen. Ebenso wichtig sind die vielen Konzerte, in diesem Jahr rund siebzig: Wiener Philharmoniker, Berliner Philharmoniker, Gastorchester, ...
Thielemann küsst den Frosch
Lange nicht gespielt, jetzt endlich wieder zurück: Die Strauss-Oper „Frau ohne Schatten“ in Christof Loys Salzburger Inszenierung ist größtes Sängerglück. Christian Thielemann triumphiert als Dirigent.
Ist dieses Werk wirklich ganz zu begreifen? Will man es, so muss man vielleicht eher fragen, in seinem hypertrophen Anspruch - aus Mythos, Märchen und fernöstlichem Geisterspuk noch einmal das große, welterklärende und sinnstiftende ...
Sechs Girls laufen auf. Bilden eine Chorusline, winken mit pinken Straußenfederfächern, heben synchron die langen Beine, ein goldner Hüftschwung, schon sind sie wieder weg. Ein Zwei-Minuten-Auftritt. Wozu? Weil die klassische Girlsreihe ...