Die Barrieren sind im Kopf
Auch wenn der Kaiser kommt: Ein Massenphänomen sind die Paralympischen Spiele in Japan nicht geworden. So steht das gesellschaftspolitische Erbe des Sportwettkampfs auf dem Spiel.
Auch wenn der Kaiser kommt: Ein Massenphänomen sind die Paralympischen Spiele in Japan nicht geworden. So steht das gesellschaftspolitische Erbe des Sportwettkampfs auf dem Spiel.
Das deutsche Team erlebt noch einige große Momente zum Abschluss der Paralympics. Doch als Zwölfter wird das Ziel verpasst. Defizite in der Nachwuchsförderung sind nicht zu übersehen.
Rollstühle auf Rampen? Nicht in Tokio. Den Paralympics werden Adrenalin-Sportarten vorenthalten, die bei Olympia Quote bringen und vor allem die jungen Zuschauer begeistern. Warum nur?
Keine Nation gewinnt mehr Medaillen bei den Paralympics. China ist allen anderen weit voraus. Doch was steckt hinter den Erfolgen? Bei der Suche nach Antworten ergeben sich noch mehr Rätsel.
Im Tennis gewann nur Steffi Graf alle Grand-Slam-Turniere und Olympia in einem Jahr. Novak Đoković gelang das 2021 nicht. Nun können es zwei weitere Sportler schaffen – im Rollstuhltennis.
Rollstuhltennis-Spieler Joachim Gerard bricht im Athletendorf zusammen. Zwei Ärzte des deutschen Teams beleben den Belgier nach seinem Kollaps wieder und retten ihm so womöglich das Leben.
Auch bei den Paralympics können sich deutsche Teams nicht durchsetzen. Die Strukturen für Sitzvolleyballer und im Goalball sind nicht professionell. Nur die Rollstuhl-Basketballerinnen spielen um Bronze.
Johannes Floors unterstreicht seinen Ruf als schnellster Mann auf zwei Prothesen. Irmgard Bensusan sprintet bei ihrem fünften Start bei den Paralympics zum fünften Mal zu Silber.
Beinprothesen, Rollstühle oder Spezialvorrichtungen für Bogenschützen – viele Athleten bei den Paralympics sind für sportliche Höchstleistungen auf technische Hilfsmittel angewiesen. Die deutsche Firma Ottobock kümmert sich seit 1988 bei den Paralympischen Spielen darum, dass diese Ausrüstung auch einwandfrei funktioniert.
Die deutschen Rohlstuhl-Basketballerinnen haben das Finale bei den Paralympics verpasst. Auch für ein Tischtennis-Duo platzte der Traum von Gold. Zu einem besonderen Moment kam es im Leichtathletik-Stadion.
Jana Majunke und Angelika Dreock-Käser gelingt bei den Paralympics ein deutscher Doppelerfolg im Straßenrennen mit dem Dreirad. Für Majunke ist es der zweite Sieg in Tokio.
Ihre Premiere war 1992 in Barcelona: Martina Willing ist nun in Tokio zum neunten Mal bei den Paralympics dabei – und gibt ihre Einstellung an die Jüngeren weiter.
Zum dritten Mal in Serie siegt Markus Rehm bei Paralympischen Spielen im Weitsprung. Trotzdem werden seine Hoffnungen enttäuscht. Zuvor gewann auch Sportschützin Natascha Hiltrop Gold.
Markus Rehm wollte bei Olympia in Tokio mitspringen, durfte aber nicht. Eine Begründung vom Cas hat er bis heute nicht erhalten. Nun startet er bei den Paralympics. Sein Fall wirft ethische Fragen auf.
Der sportliche Wettkampf der Paralympics steht Olympia in nichts nach. Doch zwischen den Disziplinen bleibt etwas mehr Zeit zum Durchatmen – denn es gibt einen Zufluchtsort für alle Athleten.
Die deutsche Handbikerin setzt sich bei den Paralympischen Spielen in Tokio im Einzelzeitfahren über 16 Kilometer durch. Für das Radsportteam gab es noch drei weitere Medaillen.
Längst vergessen: 1964 war Japan mit seinen paralympischen Spielen der Zeit voraus. Und bei dem Nationalen Sportfest im Anschluss waren sogar Sportler aus Westdeutschland dabei.
Felix Streng gewinnt im 100-Meter-Sprint die dritte deutsche Goldmedaille. Johannes Floors im gleichen Lauf, Leon Schäfer ebenfalls über 100 Meter und Niko Kappel im Kugelstoßen holten am Montag jeweils Bronze.
Mit 66 Jahren mitten im Para-Sport: Wie Dressurreiterin Heidemarie Dresing mit ihrer Nervenkrankheit umgeht, wie sie andere anspornen möchte – und warum sie schon häufiger aus dem Sattel gefallen ist.
Bei den Paralympics ist zu sehen, zu was Menschen in der Lage sind. Doch die Spiele sind keine Show. Sie sind der Beweis dafür, dass es keine Grenzen geben darf – auch nicht im Alltag. Ein Gastbeitrag.
An den ersten vier Wettkampftagen bleiben die deutschen Athleten bei den Paralympics in Tokio ohne Goldmedaille. Zwei Siege in 77 Minuten am Sonntag sorgen nun aber für Erleichterung.
Überraschend können die afghanischen Sportler Zakia Khudadadi und Hossain Rasouli doch an den Paralympischen Spielen in Tokio teilnehmen. In einer internationalen Aktion wurden die beiden aus Kabul herausgeholt und kamen über Paris nach Japan.
Leon Schäfer hält den Weitsprung-Weltrekord, in Tokio gewinnt er Silber – und kann sich darüber noch nicht freuen. Verena Schott schwimmt über 100 Meter Brust zu Bronze.
Im Finalkrimi unterliegt Thomas Schmidberger dem Chinesen Panfeng Feng. Schon in Rio hatte der Deutsche die Silbermedaille geholt.
Die Leben der Athleten bei den Paralympics sind kaum zu vergleichen. Am Ziel aber ist allen eines gemeinsam: Ihr Weg war extrem weit. Die Geschichten sind so faszinierend wie bedrückend.
Rollstuhlbasketball ist eines der Paralympics-Spektakel: Die Spins der Athleten sind eindrucksvoll, die Richtungswechsel katzenhaft, balanciert wird auf einem Rad. Was kann man von dem Sport lernen?
Verena Schott holt über 200 Meter Lagen die zweite Medaille für Deutschland bei den Paralympics. Nach ihrem Coup sei ihre Gefühlswelt durcheinander geraten, sagt sie. „Ich wollte es so sehr.“
Manche Länder treten bei Olympia selten in Erscheinung. Nun entdecken sie den Wert der Paralympics für sich. Warum ist es für sie leichter, dort ihre Nische zu finden?
Der Corona-Berater der japanischen Regierung kritisiert Thomas Bach. Er verstehe nicht, warum er bei der Eröffnungsfeier der Paralympics teilgenommen habe. „Ich frage mich, warum er sich die Mühe machen musste“, sagte Omi.
Die Paralympics kommen an. Es scheint, als traute Japan sich nun die Fröhlichkeit, die es bei den Olympischen Sommerspielen noch zu unterdrücken versucht hat.
Denise Schindler siegt bei der Bahnrad-Verfolgung im Rennen um Bronze und gewinnt das erste Edelmetall dieser Paralympics. Zur Belohnung gibt es Gummibärchen. Die deutschen Rollstuhlfechter aber hadern.
Mit der Eröffnungsfeier heißt die Stadt Tokio die Paralympischen Spiele willkommen – zum zweiten Mal. In der Vorbereitungsphase habe ein Umdenken in der Gesellschaft stattgefunden, sagt die Präsidentin des Organisationskomitees.
Unter verschärften Corona-Beschränkungen sind in Tokio die Paralympics eröffnet worden. Bis zum 5. September kämpfen körperbehinderte Sportler in der japanischen Hauptstadt um Medaillen.
Es geht auch in Tokio um mehr als Gold und Silber: Schon ein Bild, eine Geschichte vom Überwinden der Hindernisse erzählt, warum Paralympics vorerst wichtiger als Sommerspiele sein können.
„Dieses Mal müssen wir die Gesellschaft ändern“: Die Messlatte für die Paralympics liegt hoch. Doch die zugespitzte Corona-Lage in Tokio bringt Sportler und Spiele in eine schwierige Situation.
Hamida Asadi ist eine erfolgreiche Kampfsportlerin in Afghanistan. Doch die Angst vor der frauenfeindlichen Politik der Taliban treibt die Athletin auf eine gefährliche Reise mit ungewissem Ausgang.