Aufklärung vertagt
Eine Hauptverantwortliche des Documenta-Desasters kommt im Bundestag ungeschoren davon, ein Hoffnungsträger der Aufarbeitung hingegen schmeißt hin. Mit ihm geht auch die Documenta-Künstlerin Hito Steyerl. Was ist da los?
Eine Hauptverantwortliche des Documenta-Desasters kommt im Bundestag ungeschoren davon, ein Hoffnungsträger der Aufarbeitung hingegen schmeißt hin. Mit ihm geht auch die Documenta-Künstlerin Hito Steyerl. Was ist da los?
Antisemitismus-Skandal, Absage von Veranstaltungen und niemand, der Verantwortung für all die Fehlschläge übernehmen will: Ein Besuch auf der beschädigten Documenta Fifteen in Kassel.
Kontrolldesaster: Im Antisemitismus-Skandal der Documenta 15 in Kassel forderte die CDU/CSU-Fraktion Donnerstagabend im Bundestag eine „lückenlose Aufklärung“ der Hintergründe und Verantwortung. Was kam dabei heraus?
Scharfe Kritik im Bundestag: Der Kulturausschuss berät über Kassel. Die Bundeskulturministerin fordert ein klares Einstehen für das, was nicht verhandelbar sei, die Adressaten der Kritik aber fehlten in Berlin größtenteils.
Wie im Vakuum einer Glaskugel: Anna Bergold hat sich für ihren großartigen Fotoband „Land“ in den nordhessischen Dörfern ihrer Kindheit umgeschaut.
Der Antisemitismus-Skandal bei der Documenta ist bisher weitgehend ohne personelle Konsequenzen geblieben. Schlimmer noch: In Kassel übt man sich in einer besonderen Form der modernen Kunst. Der des Spurenverwischens durch gespielte Empörung.
Wer „westliche Werte“ vertreten will, wie es jetzt immer heißt, muss auch für den Individualismus des Westens kämpfen. Die Documenta jedenfalls ist ein Dokument des Antiliberalismus.
Bevor Antisemitismus die Documenta 15 diskreditierte, sollte kollektives Handeln ihr Großthema werden. In der „Lumbung Gallery“ wird Kunsthandel zum Sozialprojekt.
Der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda unterstützte den Protest deutscher Kulturinstitutionen gegen die BDS-Resolution des Bundestags. In einem Artikel zum Documenta-Skandal warnt er jetzt vor einer absolut gesetzten Kunstfreiheit.
Ein Einbrecher flüchtet in Kassel über die Dächer und stürzt ab.
„Antisemitismus in der Kunst“ hieß in Kassel eine Veranstaltung. Schon der Titel war falsch: „Antisemitismus auf der Documenta fifteen“ wäre richtig gewesen.
Wie in einem Actionfilm: Ein mutmaßlicher Einbrecher springt über Dächer und Balkone, um der Polizei zu entkommen. Nur der letzte Satz auf eine Laterne misslingt.
Die Lagerung von Impfstoff in seiner Praxis liegt in der Verantwortung eines Arztes. Das hat das Bundessozialgericht jüngst entschieden und damit abermals die Kontrollpflichten von Medizinern betont.
Mehr Einfluss Berlins bei der Documenta? Der Kasseler Oberbürgermeister spricht von einem „Ausdruck kaum zu überbietender Arroganz“. Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft den Anfangsverdacht strafbaren Verhaltens.
Nebenkosten, Mensaessen und Semesterbeiträge – auch für Studenten wird das Leben teurer. Immer mehr wenden sich in finanzieller Not an die Beratungsstellen der Studentenvertretungen. Die staatliche Hilfe reicht nicht aus, sagen diese.
Antisemitismus-Debatte Documenta +++ antisemitisches Relief Stadtkirche Wittenberg +++ Judensau-Skulptur +++ russische Kriegsverbrechen
Nach dem Documenta-Desaster: Sogar der Bundeskanzler fordert Konsequenzen, aber die Verantwortlichen klammern sich an ihre Posten. Jetzt soll die Ausstellung nach antisemitischen Werken durchsucht werden. Reicht das?
Das Documenta-Kuratorenkolletiv Ruangrupa entschuldigt sich. Man habe „darin versagt“, in dem Werk der Gruppe Taring Padi „die antisemitischen Figuren zu entdecken“. Die zum Rücktritt aufgeforderte Documenta-Chefin Sabine Schormann will bleiben.
Kein Anschluss unter diesem Kollektiv oder: Von der Kunst, es nicht gewesen zu sein. Die Verantwortlichen für den Skandal der Documenta 15 geben die Verantwortung ringsum weiter.
Der Vorsitzende des Documenta-Forums hält den Abbau des als antisemitisch kritisierten Kunstwerks für falsch. Forderungen, Kunstwerke hätten vorab überprüft werden müssen, weist er zurück. Die Chefin der Schau sieht das ähnlich.
In den vergangenen Jahren habe Olaf Scholz wohl keine Documenta ausgelassen, sagt eine Sprecherin. Doch diesmal reist der Bundeskanzler nicht nach Kassel, wegen des Antisemitismus-Skandals.
So billig war Reisen noch nie. Das 9-Euro-Ticket bietet die Gelegenheit für einen Tagesausflug mit der Bahn. Also auf in die Pfalz nach Deidesheim.
Es darf jetzt von einer Documenta der Verschlagenheit gesprochen werden: Die Schau und ihre Macher offenbaren ihren Antisemitismus und sind rechthaberisch bis zum Schluss.
Ein antisemitisches Werk wird erst nicht erkannt und dann lange nicht abgebaut: Was muss noch passieren, bis Konsequenzen gezogen werden?
Das antisemitische Wandbild des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi wird abgehängt. Zuvor hatte es für massive Kritik gesorgt.
Vorige Woche noch hielt die hessische Kulturministerin Dorn Warnungen vor Antisemitismus auf der Documenta 15 für abwegig. Nun ist sie geläutert.
Nieder mit der Herrschaft der Kuratoren: Für die Dauer der Documenta hat der Frankfurter Künstler Thomas Sterna einen Raum im Bahnhof Kassel gemietet, den er während der Weltkunstschau an zwölf Künstler für Ausstellungen verlost.
Bei der Documenta muss man Strecke machen, wenn man auch nur einen Bruchteil der 32 Standorte erkunden will. Vieles, was dort gezeigt wird, ruft nach einer weiterführenden Diskussion.
Jan Kath ist bekannt für seine von Hand gefertigten Teppiche. Nun wagt er sich mit „Rug Bombs“ an ein brandaktuelles Thema: den Krieg.
Bei der Eröffnung der Documenta hat sich Bundespräsident Steinmeier befremdet darüber gezeigt, dass nach den Diskussionen im Vorfeld keine jüdischen Künstler aus Israel auf der Kunstschau vertreten seien.
In Kassel eröffnet die Documenta fifteen, die vieles anders machen möchte als ihre Vorgänger. Gelingt das? Ein erster Rundgang.
Seit Eva Kühne-Hörmann nicht mehr Justizministerin ist, sucht sie einen neuen Platz. Dass sie das Landtagsmandat von Volker Bouffier übernommen hat, wird von der Opposition kritisiert. Nun wurde sie von der Kasseler CDU zur Oberbürgermeister-Kandidatin gewählt.
Antisemitismus-Vorwürfe und ein rassistischer Anschlag: Wie konnte es so weit kommen mit der weltgrößten Kunstausstellung?
Teilen, Mitteilen, gemeinsam Abhängen auf der Documenta 15: Heute beginnen die hundert Tage von Kassel. Die Weltkunstschau stellt die Fragen der Zeit.
Ausgestellt in Kassel: Teppiche von Jan Kath
Alle fünf Jahre findet in Deutschland eine Ausstellung statt, die zu den wichtigsten der Welt gehört. Nicht in Berlin, Hamburg oder München, sondern in Kassel. Jetzt ist es wieder soweit. Was lockt die Kunstfreunde zur Documenta?