Ankaras Angst vor Islamophobie
Auch in der Türkei ist die Pegida-Bewegung ein großes Thema. Manche stilisieren sie zur „größten sozialen Bewegung Deutschlands“. Die Regierung in Ankara will es jetzt nicht mehr bei verbalen Protesten belassen.
Auch in der Türkei ist die Pegida-Bewegung ein großes Thema. Manche stilisieren sie zur „größten sozialen Bewegung Deutschlands“. Die Regierung in Ankara will es jetzt nicht mehr bei verbalen Protesten belassen.
Die Politik müsse den Menschen komplexe Themen besser erklären. Dies schließt der CDU-Fraktionschef im hessischen Landtag, Michael Boddenberg, aus dem großen Zulauf für die Pegida-Märsche.
Die Kirchen haben sich schon von Pegida distanziert. Auch ein Krippenbauer aus dem Rhein-Main-Gebiet setzte ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit – mit einem speziellen Hinweisschild.
Neues Logo, neuer Zweitname, neue Atmosphäre: Bei ihrem Dreikönigstreffen versucht die FDP den Neuanfang. Parteichef Christian Lindner spricht viel von Freisinn und Liberalismus. Von AfD und Pegida distanziert er sich deutlich.
Im Ausland erregen die Pegida-Demonstrationen viel Aufmerksamkeit - und werden mit Sorge beobachtet. Innenminister Thomas de Maizière hat die Märsche in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNN nun als "regionales Phänomen" bezeichnet.
Viele Pegida-Demonstranten rufen bei ihren „Montagsspaziergängen“ in Dresden „Wir sind das Volk“. Sie geben sich damit als Erben der friedlichen Revolution in der DDR aus. Ehemalige bekannte Bürgerrechtler sind entsetzt und wehren sich nun gegen diese politische Zweckentfremdung.
Die Pegida-Bewegung in Frankfurt organisiert sich – und bekommt heftigen Gegenwind. 500 Personen haben am Montagabend mit Sprechchören und Feuerwerkskörpern ein Planungstreffen der Gruppe gestört.
Kanzlerin Angela Merkel hat vorgelegt, nun ziehen zwei ihrer Vorgänger nach: Helmut Schmidt und Gerhard Schröder haben sich gegen die islamkritische Pegida-Bewegung ausgesprochen. Selbst AfD-Chef Bernd Lucke warnt vor einer zu starken Annäherung.
In Köln kommen nur einige hundert Demonstranten zum lokalen Pegida-Ableger „Kögida“. Sie fordern „Kartoffeln statt Döner“. Tausende Gegendemonstranten verhindern den geplanten Zug durch die Stadt, die aus Protest weitgehend verdunkelt ist.
Die Organisatoren von Pegida verlieren die Kontrolle über wütende Demonstranten. In Dresden musste sich die Polizei hunderten Anhängern in den Weg stellen, die Richtung Zentrum vorstoßen wollten.
Konfusion total: Ob der Pegida-Marsch in Dresden überhaupt stattfinden würde, war am Montag zeitweise unklar. Das Satiremagazin „Postillon“ und ein angeblicher Pegida-Organisator hatten ihn abgesagt.
Der Kölner Dom im Dunkeln, das Brandenburger Tor ohne Beleuchtung: In vielen deutschen Städten hat es am Abend Protestaktionen gegen die Pegida-Bewegung gegeben. In Köln musste das islamfeindliche Bündnis seinen Marsch abbrechen.
Kanzlerin Merkel hat davor gewarnt, sich der Pegida-Bewegung anzuschließen. Dennoch sind in der sächsischen Landeshauptstadt wieder Tausende gegen die angebliche „Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße gegangen.
Mit scharfen Worten hat Stuttgarts grüner Oberbürgermeister Kuhn die Aussagen der Pegida-Bewegung verurteilt. Deren Unterstützer bezeichnete er am Montagabend auf einer Demonstration als „Wegbereiter von Faschisten“.
Der Kölner Dom bleibt dunkel. Domprobst Norbert Feldhoff, der zum Spitzenpersonal der katholischen Kirche in Deutschland gehört, hat diese Entscheidung eigenmächtig getroffen.
Licht aus, Spot an! Die Verdunkelung des Doms soll aller Welt offenbaren, dass die Kirchen sich nicht mit „Pegida“ gemein machen wollen. Ein Problem aber bleibt.
Auch in Berlin ist am Abend eine Demonstration der Pegida-Bewegung geplant. Die Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop fordert nun nach dem Vorbild des Kölner Doms die Beleuchtung am Brandenburger Tor auszuschalten.
Die Kirchen in Deutschland versuchen, sich nicht von Pegida vereinnahmen zu lassen. An diesem Montag soll dazu sogar der Kölner Dom verdunkelt werden. Es geht um nicht weniger als das Verständnis des Christentums.
Pegida ist nur die Spitze des Eisbergs. Auf der endlosen Montagsdemonstration im Internet werden der Politik und den Medien schon lange hasserfüllte Vorwürfe gemacht. Doch ist es wirklich „das Volk“, das da Gift und Galle gegen die „herrschenden Eliten“ speit? Ein Kommentar.
Am Abend gibt es die erste Pegida-Demonstration in Köln. Aus Protest dagegen bleibt der Dom dunkel. Dompropst Norbert Feldhoff ist erschüttert über die Reaktionen.
Die CSU setzt wieder auf ihr Erfolgsrezept Mitte-Rechts. Sie widerspricht Merkel, wenn es um Pegida und die „Alternative für Deutschland“ geht. Sind nach Wildbad Kreuth ernsthafte Konflikte zwischen den Schwesterparteien zu erwarten?
Neujahrsansprachen von Angela Merkel sind gewöhnlich grauenhaft. Dieses Mal ist alles anders: Die Kanzlerin macht kräftig Politik. Nötigt die AfD. Und löscht mit einem Schlag die Opposition im Bundestag aus.
Beim Machtkampf im Bundesvorstand der AfD wird viel geheuchelt. Die Gegner von Bernd Lucke werfen ihm Dinge vor, die sie sich selbst vorwerfen könnten.
Die AfD und die Pegida-Proteste lassen die Urangst der CSU wieder aufleben, rechts von ihr könnte sich eine Partei dauerhaft etablieren. In der Flüchtlingspolitik macht sie sich nun zunutze, zu jeder These auch die Antithese im Angebot zu haben.
Die katholische Kirche will während der Montagsdemonstration das Licht am Kölner Dom ausschalten. Sie setzt damit ein starkes Zeichen gegen Pegida.
Michel Houellebecqs neuer Roman „Soumission“ entwirft das gespenstische Szenario eines islamischen Gottesstaates in Frankreich. Die Provokation zielt ins Herz westlicher Ängste.
Die Parteien der großen Koalition könnten Pegida sehr leicht den Wind aus den Segeln nehmen. Das wagen sie aber nicht, weil einige der Pegida-Forderungen im Koalitionsvertrag stehen.
Bundesentwicklungsminister Müller geht auf Distanz zur Kanzlerin und warnt davor, Pegida-Demonstranten auszugrenzen. Gerade in Großstädten betrachteten arme Menschen Flüchtlinge zunehmend als Konkurrenten.
Die AfD hat mit ihrer Solidaritätsbekundung zu Pegida ihren politischen Kurs zu erkennen gegeben. Er führt direkt ins völkische Lager.
Nach dem Brandenburger AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland greift nun auch der Parteivorsitzende Bernd Lucke die Kanzlerin wegen ihrer Warnung vor Pegida an. Merkels Neujahrsansprache wertet er als Pflichtverletzung.
Im Umgang mit den Anti-Islam-Protesten fahren die Parteien der großen Koalition eine Doppelstrategie: Während der SPD-Vorsitzende Gabriel noch zugehen will auf die Pegida-Demonstranten, setzt die CDU-Vorsitzende und Kanzlerin ein Ausrufezeichen.
Der strenge Tadel der Bundeskanzlerin für die Pegida-Bewegung und ihre Mitläufer ist typisch für den Politikstil Angela Merkels. Doch für eine fruchtbare Debatte über das Thema Einwanderung wären weniger Moralkeulen aus Berlin hilfreicher.
Zwei Drittel der Deutschen finden, dass die Gefahr durch Islamisierung übertrieben wird. 29 Prozent halten die Pegida-Protestmärsche aber für gerechtfertigt.
In ihrer Neujahrsansprache kritisiert Kanzlerin Merkel die Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ scharf. Jetzt reagiert die „Alternative für Deutschland“: Merkel verurteile „Menschen von oben herab“, sagt der Fraktionsvorsitzende Gauland.
Angela Merkel rät den Deutschen, sich von der Protestbewegung Pegida zu distanzieren. Der Ruf „Wir sind das Volk!“ sei dieser Tage eine Chiffre für die Ausgrenzung anderer Hautfarben und Religionen geworden, heißt es im Manuskript ihrer Silvester-Rede.
Neue Kritik an Pegida: Deutschlands Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration sagt, die Bewegung mache sämtliche Muslime zu Sündenböcken. CSU-Chef Seehofer weist parteiinterne Kritik am Umgang von Kanzlerin Merkel mit Pegida zurück.