Ein Zusammenprall der Kulturen?
Vor 30 Jahren rief der iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini zum Mord an dem Schriftsteller Salman Rushdie und seinen Unterstützern auf. Leben wir seither in einem neuen Zeitalter der Blasphemie?
Vor 30 Jahren rief der iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini zum Mord an dem Schriftsteller Salman Rushdie und seinen Unterstützern auf. Leben wir seither in einem neuen Zeitalter der Blasphemie?
Frank-Walter Steinmeier fühlt sich seit Jahren hingezogen zur Literatur – nur folgte daraus leider nichts für seine Politik, seine Sprache. Kann es sein, dass sich das jetzt ändert?
Vielleicht ist der Spottumentarfilm die Kunstform unserer Zeit: Salman Rushdies großer, völlig überkandidelter Amerika-Roman „Golden House“ treibt postmodernes Erzählen auf die Spitze.
In Dänemark stehen die öffentliche Beleidigung von Religionen und die Schändung religiöser Symbole jetzt unter Strafe. Sollte uns das ein Beispiel sein? Oder haben wir nicht längst ein ungeschriebenes Blasphemie-Gesetz, das von islamistischen Terroristen diktiert wird?
Er hadert mit den Religionen, guckt den Menschen lieber in die Gesichter als in die gläubigen Köpfe, schert sich nicht um Schubladen und ist vor allem eins: Geschichtenerzähler. Heute wird Salman Rushdie siebzig Jahre alt.
Bücher reichen nicht mehr fürs Geschäft. Wenn sie ihre Aussteller- und Besucherzahlen halten will, ist die Buchmesse gezwungen, die Grenzbereiche des Buchhandels einzubeziehen. Die Messe setzt nun auch aufs Bild.
Seit einem halben Jahrhundert exportiert Saudi-Arabien mit Milliarden Petrodollars seinen intoleranten Islam in alle Welt – und fördert damit gezielt den Extremismus.
Die vergangenen zehn Tage mit seinen bedeutenden Literaturpreisen und großen Reden von Schriftstellern haben es eindrucksvoll gezeigt: Literatur kann immer noch die Welt verbessern.
Als der Iran beschloss, wegen Salman Rushdie die Buchmesse zu boykottieren, war offenbar schon alles vorbereitet. Selbstverständlich muss der Stand abgesperrt werden - schließlich wurde für die Stühle bezahlt.
Der Sicherheitsaufwand für den Auftritt des indisch-britischen Autors Salman Rushdie war enorm. Der Auftakt war richtig - für die freie Rede, für die Unabhängigkeit des Denkens und für die Vielfalt der Sichtweisen. Ein Kommentar.
Salman Rushdies Plädoyer für die Meinungsfreiheit als Zentrum der Menschenrechte zielt auf den Irrtum, dass Freiheit ein Merkmal privater Handlungen sei. Selbst Sklaven können feiern.
Eine flammenden Rede für die Meinungsfreiheit hielt der Schriftsteller Salman Rushdie zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse. Das Recht auf freie Rede dürfe nicht durch religiöse Intoleranz beschnitten werden. Und auch nicht durch Political Correctness.
Iran macht seine Drohung wahr: Weil die Buchmesse Salman Rushdie empfängt, sagt das islamische Land seine Teilnahme ab. Rushdie wird als „gewichtige Stimme in der weltweiten Diskussion über Meinungsfreiheit“ eine Rede zur Eröffnung halten.
Der indisch-britische Autor Salman Rushdie wird die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr eröffnen. Bis heute ist ein Todesurteil über ihn verhängt.
Sein neuer Roman „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ ist schwach und bietet bloß verquere Mythen- und Zahlenspielerei. Doch Salman Rushdies wichtigste Bücher sind Weltliteratur und verdienen allerhöchste Ehre.
Gegen Salman Rushdie wurde 1989 wegen seiner „Satanischen Verse“ eine Fatwa ausgerufen. Jahrelang musste sich der Schriftsteller verstecken. Damals wurde sein Buch von vielen verteidigt. Heute würde er keine Unterstützung mehr erwarten.
Schriftsteller, Bildhauer, Tänzer: Günter Grass war ein Vielbegabter, über dessen Energie und Charme man nur Staunen konnte. Salman Rushdie verabschiedet sich von seinem Freund.
Mit dem Tod des 1927 in Danzig geborenen Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass kommt eine ganze Epoche an ihr Ende. Und doch: Vieles, was sich dem literarischen Werk und der gesellschaftlichen Wirkung dieses Autors verdankt, wird bleiben.
2006 veröffentlichten mehrere prominente Intellektuelle, Schriftsteller und Journalisten ein Manifest gegen den Islamismus - bereits damals war die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ ins Visier der Radikalen geraten. FAZ.NET dokumentiert den Text.
Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ ist eine Eskalation im islamistischen Terror gegen die Presse- und Meinungsfreiheit. In diesem Krieg ging es stets um „Unterwerfung“.
Über zweihundert Künstler haben die britische Presse aufgefordert, sich einer neuen Kontrollinstanz unterzuordnen. Nach den Skandalen britischer Boulevardmedien hatte das Unterhaus vor einem Jahr deren Einsatz gefordert.
Vor fünfundzwanzig Jahren erließ Ajatollah Chomeini die Fatwa gegen Salman Rushdie und verdammte dessen Roman „Die satanischen Verse“. Das Todesurteil traf den Autor eines Meisterwerks.
„Eine gesunde Demokratie muss die unabhängigen Stimmen aller ihrer Bürger hören“: Über zweihundert Schriftsteller, unter ihnen Elfriede Jelinek, Orhan Pamuk und Salman Rushdie, beklagen die repressiven Gesetze Russlands.
Am Valentinstag des Jahres 1989 erfuhr Salman Rushdie von einer Journalistin der BBC, dass Ajatollah Chomeini einen Bann über ihn verhängt und ein
Die Zeitschrift „Granta“ gibt alle zehn Jahre eine Liste mit den besten englischen Jungautoren heraus. Gerade ist die vierte Ausgabe mit den neusten Nennungen erschienen.
Salman Rushdies historische Romangroteske „Mitternachtskinder“ behandelt die Entstehung des modernen Indiens. Seine Verfilmung von Deepa Mehta ertrinkt im Chaos.
Salman Rushdie ist in Kalkutta nicht willkommen. Die westbengalische Regierung droht dem Schriftsteller mit Abweisung. Wird Indien intolerant?
Eine der heftigsten literarischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre soll beigelegt sein. Wie die „Times“ meldet, bedauern Salman Rushdie und John le Carré ...
Markus Lanz ist ein Symptom unserer gesellschaftlichen Verhältnisse: Er kann nicht zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden. Aber warum müssen wir ihm dabei zusehen?
Soll man Karikaturen und Videos zeigen, auch wenn Muslime so wüten? Wo stehen wir im Kampf gegen den Islamismus? Und worum geht es im Grunde? Salman Rushdie im Gespräch.
Stell dich, weißer Mann, deine Stadt ist umzingelt“, hieß es 1984 auf einem Graffito in Alice Springs, in der Mitte des australischen Outback.
Memoiren des „Joseph Anton“: Salman Rushdie hat sein bestes Buch geschrieben. Es ist die meisterliche, heimsuchende Beschreibung seiner Fatwa-Jahre.
Salman Rushdie stellt in New York seine Memoiren vor. Es sei eine gute Geschichte über ein Leben, das nicht gut war, sagt er. Und fordert mehr Mut im Umgang mit streitbaren Kulturen.
Vor hundert Jahren hat man Rudyard Kipling als bloßen Kinderbuchautor beerdigt. Insgeheim aber lebte er in anderen Autoren fort. Woher wüssten wir sonst, was Literatur eigentlich ist?