Die Überzähligen
Die Pathologie der modernen Gesellschaft war lange Zeit auf Begriffe wie „Entfremdung“, „Ausbeutung“ oder „Gewalt“ gegründet.
Die Pathologie der modernen Gesellschaft war lange Zeit auf Begriffe wie „Entfremdung“, „Ausbeutung“ oder „Gewalt“ gegründet.
Viele junge Leute wollen sich nicht mehr festlegen, nicht in der Liebe, nicht im Konsum, nicht in der Politik. Sie sind Wischiwaschis, die nur eines können: reflektieren.
Michel Foucault hatte für die Ideengeschichte kaum mehr als Spott übrig. Sie diente ihm vor allem als Kontrastfolie zur eigenen Diskurstheorie. Eine Tagung in Marburg bemüht sich um eine Versöhnung alter Gegensätze.
Es werde nicht alles angenehm sein, was wir sehen, sagt Matt Taylor, mein Begleiter. Wir sind auf der Fahrt nach Port Arthur, ins Zentrum Tasmans, diese ...
Kein Tag vergeht ohne neue Zeitdiagnose. Muss man Autor solcher Texte sein, um Intellektueller genannt werden zu können? Der Polemiker Karl Heinz Bohrer ist das Gegenbeispiel.
Mit Begriffen, Bildern und Schraubenschlüsseln: Gilbert Simondon warb schon vor fünfzig Jahren um mehr Auseinandersetzung mit technischen Objekten.
Lynn Sherr geht begeistert baden, Michel Foucault erfreut mit einer geradezu klassisch-freudianischen Selbstanalyse, und Terry Eagleton bleibt der Polemik treu. Dies und mehr in den F.A.Z.-Sachbüchern der Woche.
Er war der Philosoph, der das Skalpell zum Federhalter machte: Ein bislang unveröffentlichtes Gespräch mit Michel Foucault.
Kriegserklärung an die eigene Unterwürfigkeit: Angelika Meiers postpostpostmoderner Roman treibt seine Späße mit dem Therapiewahn. Ein Volltreffer!
Von der Anstellung bei Hugo Boss zum eigenen Label und einem Atelier in einem alten Hotel. Andrea Ulrich macht Kleider, die den zweiten Blick aushalten. Ein Besuch.
Tausend Titel und dahinter keine Welt: Mit der Qualitätsdichte wissenschaftlicher Sachbücher unserer Epoche ist es nicht gut bestellt. Überlegungen zum Strukturwandel des geistigen Lebens.
Scharf, aber nicht verbissen: Die Essays des amerikanischen Publizisten Eliot Weinberger.
Woher die Kultur der Menschenrechte kommt und wie sie sich begründen lässt: Der Sozialphilosoph Hans Joas fragt in einer geistesgeschichtlichen Studie nach der Sakralität der Person.
So wird das Werk Michel de Certeaus von einer Geschichte der Spiritualität verständlich: In vorzüglicher Übersetzung ist seine „Mystische Fabel" nun auch der deutschen Leserschaft zugänglich.
Theorie" war das große Zauberwort der Geisteswissenschaften seit den siebziger Jahren. Einen Text gründlich lesen, eine Epoche im Detail studieren, das genügte den gestiegenen Ansprüchen an methodische Fundierung und kritische Reflexion nicht mehr.
Bei allem Aufgebot an Düsternis kennt László Krasznahorkais Roman „Krieg und Krieg“ das Wort Verzweiflung nicht. Es gibt kein Seelenleben in diesem Roman und folglich weder Seelenfrieden noch Seelenunfrieden.