Er merkte sich alles, aber er nahm nichts übel
Sogar mit Michel Foucault hätte er sich nach eigenen Worten anfreunden können. Über die erstaunlichen Einsichten Starnberger Kneipengespräche mit meinem Nachbarn Jürgen Habermas.
Likes bestimmen Sichtbarkeit, Interfaces lenken Klicks, Algorithmen sortieren Inhalte: Dirk Baecker und Anna-Verena Nosthoff zeigen, wie Gesellschaften digital gesteuert werden.
Sogar mit Michel Foucault hätte er sich nach eigenen Worten anfreunden können. Über die erstaunlichen Einsichten Starnberger Kneipengespräche mit meinem Nachbarn Jürgen Habermas.
Jürgen Habermas verteidigte die Aufklärung gegen postmoderne Kritik. Seine Idee der unvollendeten Moderne könnte heute neu belebt werden.
Fast alle sind sich einig: Zu viele Regeln lähmen das Land. Der Politologe Markus Hinterleitner sagt hingegen: Die Verwaltung ist oft nur der Sündenbock. Ein Gespräch zur Ehrenrettung der Bürokratie.
Verdrängung ist ein sozialer Prozess: Der Soziologe Norbert Elias hat 1982 in einem Essay über die Einsamkeit Sterbender nachgedacht. Seine Überlegungen sind noch immer aktuell.
Als Gilles Deleuze sich 1995 das Leben nahm, setzte sich Martin tom Dieck an seinen Comic „Salut, Deleuze!“. Dreißig Jahre später schließen er und sein Szenarist Jens Balzer die Geschichte ab.
Widerrede gegen den ungenannten Foucault: Julien Freunds Geschichte der „Dekadenz“ aus dem Jahr 1984 ist neu aufgelegt worden.
Antisemitismus von links: Karl-Markus Gauß widmet sich in seinen „Essays wider Zeitgeist und Judenhass“ nicht zuletzt der Ausweitung judenfeindlicher Haltungen.
Gefühle ersetzen in politischen Debatten zunehmend die Argumente. Wie konnte das passieren? Und warum glauben viele, dass Empathie und Betroffenheit wichtiger sind als nüchternes Denken? Ein Essay.
Michel Foucault, modes d’emploi: Eine Berliner Tagung untersuchte die vielfältigen Verwendungsweisen der Hinterlassenschaft des französischen Universalgelehrten. Ein Vortrag widmete sich der Foucault-Rezeption in der F.A.Z.
Faszination am Bösen und ein Pathos des radikalen Bruchs: Bruno Chaouat geht der Frage nach, wie die Auslegung französischer Theorie dem erstarkenden Antisemitismus Vorschub geleistet hat.
Nach der Wahl Donald Trumps und vor der Bundestagswahl steht fest: Hinter den Angriffen auf das liberale Wahrheitsregime steckt eine politische Strategie. Dabei ist das sogenannte „Bullshitting“ noch schlimmer als Lügen.
Die Menschen werden immer gottloser, und der weltliche Humanismus schwächelt auch. Vielleicht stehen wir gerade vor einem Epochenbruch.
Die Wege der Philosophie sind oft wunderlich: Michel Foucault liest Kant und wird darüber beinahe zum Habermasianer avant la lettre.
Aufschlussreiches aus dem Nachlass: Michel Foucaults „Der Diskurs der Philosophie“ aus dem Jahr 1966 erscheint jetzt auch auf Deutsch.
Schmissig der Titel, erfolgreich das Konzept: Wolfram Eilenberger legt den dritten Teil seiner Wege durch die Philosophie des vorigen Jahrhunderts vor.
Nordafrika war bis in die Alltagskultur hinein präsent: Onur Erdur untersucht in acht Porträts das koloniale Erbe der französischen Theorie.
Er selbst nennt sich einen Menschen des Anregens. Dabei wusste er immer ziemlich genau, was er wollte: Wissen und Macht zusammenführen. Eine Begegnung mit dem Intellektuellen, Historiker und Lektor im Hause Gallimard, Pierre Nora.
In seinen essayistischen Zeitbildern sucht Jochen Schimmang nach dem Zentrum im Wimmelbild der Gegenwart.
Im Inneren des Datenschlunds von KI entsteht manchmal Unsinn. In der Forschung will man diese Halluzinationen beseitigen. Dabei könnte darin ein kreativer Nutzen liegen.
In den postkolonialen Forschungen war Israel lange marginal. Warum gelten sie in der deutschen Öffentlichkeit jetzt weithin als antisemitisch? Ein Gastbeitrag.
Was würde es bedeuten, die Geschichte einer Stadt über den Sex zu erzählen? „All the Sex I’ve ever had“ im Zürcher Theater Neumarkt tut genau das – und zeigt, wie politisch das ganz Private ist.
Wo der Gebrauchswert sein Recht verloren hat: Jule Govrin sondiert, wie sich Pekuniäres und Affektives miteinander verschränken.
Die Nachricht vom Tod des Autors ist in der editorischen Praxis nicht angekommen: Das postume Werk großer Philosophen wie Nietzsche, Heidegger, Carnap und Blumenberg wächst.
Es knirscht im Gebälk der Wissensansprüche: Ein Sammelband mit Schlüsseltexten der Queer Studies könnte die Genderdebatte klüger machen – vielleicht sogar deren Kritiker.
Bloß nicht Foucault lesen! Susan Neiman gerät bei ihrer Diagnose einer in die Wokeness verirrten Linken auf merkwürdige Abwege.
Die Philosophin Susan Neiman will die Linke vor dem Phantom der Identitätspolitik retten. Und verwickelt sich dabei in jede Menge andere eingebildete Kämpfe – und in wirkliche Widersprüche.
Zwischenbetrachtung: Eine Edition macht mit einem Buchmanuskript bekannt, das Michel Foucault 1966 schrieb und unveröffentlicht ließ.
In Akira Takayamas „Our Songs“ werden 58 Personen aus Rhein-Main in ihrer Muttersprache singen und rezitieren, in der Alten Oper und im Livestream.
Der Papst hat die aus Deutschland angereisten Bischöfe kurzerhand versetzt. Mit seiner Verachtung steht er in bester römischer Tradition.
In den fünf Jahren bis zur Übersetzung ins Deutsche ist er noch aktueller geworden: Aleš Štegers Roman „Neverend“.
Er kann nicht fassen, was die Generation MeToo aus der French Theory gemacht hat: Der Literaturwissenschaftler Éric Marty erklärt, wie der französischen Postmoderne Israel als Sündenbock und Gender als Goldenes Kalb entsprangen.
Welch ein Vermächtnis: In Gerhard Roths finalem Roman „Die Imker“ triumphiert Fabulierlust über trübe Wirklichkeit. Es ist ein verrückter Weltuntergang, den nur die Verrückten überleben.
Möglichkeitsbegriffe vom Alternativlosen: In vier Kapiteln hat Joseph Vogl eine philosophische Weltgeschichte der modernen Finanzmacht geschrieben. Laudatio zum Günther-Anders-Preis.
Sehen lernen, was den westlichen Blick auf die Welt bestimmt: Philippe Descolas vergleichende Anthropologie des Bildes ist ein großer Wurf.
Plötzlich soll Hautfarbe wieder ein Verbrechen sein: Helen Pluckrose und James Lindsay warnen in ihrem Buch „Zynische Theorien“ vor der Zerstörungskraft des postmodernen Aktivismus.
Von zwei Italienern, die in die DDR zogen, um Nietzsche zu retten: Philipp Felsch erzählt die erstaunliche Geschichte von Mazzino Montinari und Giorgio Colli, ohne die wir den Philosophen heute nicht so lesen würden, wie wir es tun.