Über allen Gipfeln ist Kuh
Eines muss man dem bajuwarischen Heimatfilm lassen: Er jodelt alle Trübsal fort. Zumindest wenn er gut gemacht ist, so wie „Zimmer mit Stall“.
Der Schriftsteller Uwe Johnson verfasste 1964 für den „Tagesspiegel“ eine Kolumne über das DDR-Fernsehen: ein Experiment auch mit der eigenen geteilten Identität.
Eines muss man dem bajuwarischen Heimatfilm lassen: Er jodelt alle Trübsal fort. Zumindest wenn er gut gemacht ist, so wie „Zimmer mit Stall“.
Im Fernsehen hören wir am Wahlabend andauernd: Das ist ein „historisches“ Ereignis! Doch wie lautet das Ergebnis überhaupt? Das kommt bei ARD und ZDF nicht wirklich heraus.
Die neue Comedy im Ersten ist halb Serie, halb Talkshow und nur halb gelungen: Monika Gruber lädt in „Moni’s Grill“ Prominente zum Tratsch und Klatsch.
Die ZDF-Serie „Dr. Klein“ ist ein einziges Missverständnis, das betroffen macht. So etwas kommt dabei heraus, wenn Klischees für mutig, subversiv und witzig gehalten werden.
Was möchten uns Menschen bloß sagen, die sich von uns wegdrehen? RTL enthüllt vermeintliche „Geheimnisse der Körpersprache“, erkundet aber vor allem neue Dimensionen der Langeweile.
Würden Google und Facebook in ihren Geschäftsbedingungen unsere Seelen fordern, würden wir auch das ungelesen akzeptieren. Ein Film über den Ausverkauf unserer Daten erregt einen schlimmen Verdacht.
Loriot meinte, die Deutschen hätten Heino Jaegers Humor wohl nicht verdient. Auch Olli Dittrich gehört zu seinen Bewunderern. Eine Dokumentation bei 3sat erzählt den Werdegang des 1997 gestorbenen Anarcho-Humoristen.
Sandra Maischberger hört ihren Gästen zu, das zeigt sich auch beim Thema „Politik und Krankenkassen“. Dadurch kommt sie ihren Gästen nahe und entlockt ihnen Intimes. Die peinliche Seelenschau der Pseudo-Psychologen hat sie nicht nötig.
Der ZDF-Intendant hält nichts von einer „wilden Verjüngung“ der Zuschauerschaft. Er will alle Altersgruppen versorgen: Für die Jüngeren gibt es die Champions-League-Spiele, für die Älteren „Frontal 21“.
Der Film ist wie ein Komplott: Der Neu-Russe Gérard Depardieu spielt Rasputin. Damit beschert er Wladimir Putin eine Paraderolle, verkörpert sie aber schlecht. Weit besser ist Fanny Ardant als Zarin Alexandra.
Der SPD-Kanzlerkandidat muss aufpassen, dass man ihn nicht für einen Ehrgeizling ohne Sinn für Maß und Proportion hält. Ein Fernsehabend mit dem frisch Gekürten.
Helmut Schmidt gegen Joachim Gauck: Bei „Maybrit Illner“ wurde man Zeuge einer spannungsgeladenen Europa-Debatte zwischen dem Altkanzler und dem Bundespräsidenten.
Das gab es lange nicht: Ein Talk mit den Gebrüdern Schumacher über Tempo, Glück und das Leben am Limit.
Sandra Maischberger gibt Verbrechensopfern und Angehörigen eine Plattform. Das hilft vielleicht sogar bei der Fahndung. Deshalb muss man aber nicht gleich Polizisten anklagen.
Bei Sandra Maischberger sollten die Reichen zur Kasse gebeten werden. Daraus ist nichts geworden – und aus allem anderen auch nicht. Das Format steht vor der Pleite.
Eine Sendung, wie es das Aktuelle Sportstudio mal gewesen sein könnte: Beckmann zieht Olympia-Bilanz und bei aller Betulichkeit bringen ausgerechnet Diskuswerfer Robert Harting und Kraftsportler Matthias Steiner Gewicht in die Debatte.
Europameister der Herzen oder Europas Schulmeister - was sind wir Deutschen wirklich?“ So fragte Frank Plasberg gestern Abend. Die Antwort: Tiefste Provinz.
Jedes große Fußballturnier der letzten Jahrzehnte hat seine medialen Aufregungen produziert, doch das Rad scheint sich immer schneller zu drehen. Die Bilderflut und der damit teils einhergehende Wortmüll tun nicht gut.
Das ZDF suchte das politische Nachwuchstalent 2012 – und fand eine Fürsprecherin für die Kita-Pflicht. Sehenswert war die Sendung, weil sie vorführte, in welcher Rolle sich das Fernsehen im politischen Prozess immer noch sieht, selbst wenn die Fundamente längst wackeln.
Wer kümmert sich um das wachsende Heer dementer Alter - die Angehörigen? „Anne Will“ hat Wege aus dem Pflegenotstand gesucht. Und sich bis nach Thailand verirrt.
„Hilfeschreie, die niemand hört - wer versagt beim Kinderschutz?“ So fragte gestern Abend Günther Jauch. Zum Glück erfuhren wir mehr als platte Schuldzuweisungen.
Der Rostocker „Polzeiruf 110“ überzeugt durch Alltäglichkeit. Autor Eckhard Theophil steht auf nackte Realität, die auch in seinem eigenen Lebenslauf wieder zu finden ist.
„Wie viel ,Wulffen’ ist in Ordnung“, fragte Günther Jauch am Sonntagabend - doch statt Antworten zu liefern, versandete die Sendung in einer ziellosen Diskussion. Dabei hätte ein Blick auf die Flick-Affäre erstaunliche Parallelen zutage gefördert.
Bei Frank Plasberg ging es gestern um „Bürger gegen Banken: Wut und Angst im Euroland.“ Beides ist aber vor allem in unseren Medien zu erleben. In der Wirklichkeit sind Wut und Angst noch gar nicht angekommen.
Aufschlussreiches Gelächter und unheimlicher Beifall: Helmut Schmidt und Peer Steinbrück sind zu Gast bei Günther Jauch und fast durchweg einer Meinung. Nur an einer einzigen Stelle widerspricht der Jüngere.
Dass es bei unserer Unterhaltung über das Internet auch um abgründige Waldspaziergänge gehen würde, war nicht absehbar. Kühl malt Miriam Meckel den digitalen Schrecken an die Wand.
Am vergangenen Mittwoch war der umstrittene Buchautor bei "Stern TV" und behauptete, seine Thesen und Fakten seien "unbestritten" und bis heute auch nicht "hinterfragt". Moslems dürften in Deutschland leben, wenn sie sich integrieren, sich an die Gesetze halten und ihr Brot selbst verdienen. Günther Jauch, der vom nächsten Jahr an Nachfolger von "Anne Will" werden soll, gab ein schlechtes Bild ab.