Burkini und Nacktheit im Konflikt
Oben ohne versus Burkini – im Freibad ist Toleranz besonders anstrengend geworden. Wie lässt sich der kulturelle und religiöse Konflikt ohne Freiheitsverlust lösen?
Strengere Kleidervorschriften in Freibädern sollen für Ordnung sorgen – doch sie drohen den Spaß zu verderben und Menschen auszuschließen. Warum wir in öffentlichen Schwimmstätten mehr Gelassenheit und weniger Verbote brauchen.
Oben ohne versus Burkini – im Freibad ist Toleranz besonders anstrengend geworden. Wie lässt sich der kulturelle und religiöse Konflikt ohne Freiheitsverlust lösen?
Ist das Freibad ein Spiegel oder sogar Brennpunkt der Gesellschaft? Oder sollten sich die Gemüter ein wenig beruhigen? Stippvisite in einer vermeintlichen Kampfzone.
Im Burkini oder barbusig? Doris Dörries Film „Freibad“ stellt einen Modellort der Gesellschaft vor. Denn hier herrscht der Mainstream der Minderheiten.
Frankreich streitet über Ganzkörperbadeanzüge. In Grenoble wollte der Bürgermeister Burkinis in Schwimmbädern erlauben. Doch hat jetzt das oberste Verwaltungsgericht ein Verbot ausgesprochen.
Kontroverse Schwimmbekleidung: Die französische Großstadt Grenoble erlaubt Burkinis in öffentlichen Bädern. Oben ohne ist künftig ebenfalls erlaubt.
Vor 75 Jahren ist der Bikini erfunden worden. Der Zweiteiler war erst ein Skandal, später stand er für sexuelle Befreiung und Emanzipation. Und heute?
Halima Aden wurde als Model mit Kopftuch gefeiert. Jetzt will sie nicht länger die Quoten-Hijabi sein und hat ihren Rückzug aus der Branche erklärt.
In den Niederlanden gilt ab sofort ein Burkaverbot. Paris hat die Vollverschleierung bereits 2011 verboten – und hält trotz Kritik des UN-Menschenrechtsausschusses daran fest.
Radikale Muslime haben die „Euro Fatwa App“ entwickelt. Sie soll helfen, alles richtig zu machen. Beim Essen, im Schwimmbad, auf Facebook. Ein Selbstversuch.
Zur Schulpflicht in Deutschland gehöre auch der Sportunterricht, sagt Familienministerin Giffey. Notfalls müsse diese auch mit Bußgeld durchgesetzt werden.
Während Bundesfamilienministerin Giffey die Anschaffung von Leih-Burkinis für den Schwimmunterricht an deutschen Schulen für vertretbar hält, mehren sich die Gegenstimmen.
Die nordrhein-westfälische Schulministerin kritisiert ein Gymnasium, das Leih-Burkinis für muslimische Schülerinnen angeschafft hat. NRW stellt 600 Schulsozialpädagogen ein, Hessen fördert handgeschriebene Liebesbriefe.
Das Satireblatt „Charlie Hebdo“ stiftet mal wieder eine Debatte über religiösen Extremismus an. Das passt weder den Rechten noch den Linken – und ist genau deshalb gelungen.
Erziehungsrecht der Eltern und Erziehungsauftrag des Staates stehen gleichberechtigt nebeneinander. Aber was passiert, wenn die Schule etwas lehrt, das den Eltern missfällt – vor allem, wenn es um Sexualität und Religion geht? Ein Gastbeitrag.
Erst mit dem Burkini wurde die erste Fernsehdebatte im französischen Wahlkampf spannend: Le Pen attackierte ihren neuen Lieblingsgegner Macron – und erklärte, nicht Merkels Vizekanzlerin werden zu wollen.
Aufklärung braucht Blutzeugen: Kirill Serebrennikovs Film „Der die Zeichen liest“ erzählt von einem Einzelnen, der die Ordnung herausfordert, weil er meint, einen Text auf seiner Seite zu haben.
Auch muslimische Mädchen müssen beim Schwimmunterricht mitmachen: Das hat ein europäisches Gericht entschieden. Bei den alltäglichen Konflikten hilft das Urteil nicht.
Zwei muslimische Familien in Basel melden ihre Töchter vom gemischten Schwimmunterricht ab. Jetzt hat der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg gegen sie entschieden.
Die Soziologin Nilüfer Göle hat in ganz Europa mit Muslimen geredet, die sonst nicht zu Wort kommen. Die Ergebnisse ihrer bemerkenswerten Studie sind jetzt auch auf Deutsch erschienen.
Erst zwei europäische Länder haben ein landesweites generelles Burkaverbot verhängt. In anderen europäischen Staaten wird darüber diskutiert. Deutsche Politiker sind sich in der Frage uneins – zu Recht?
Das Freiburger Lorettobad führt seit Ende des 19. Jahrhunderts ein separates Frauenbad. Inzwischen nutzen auch junge Musliminnen das Angebot ausgiebig. Nicht jeder ist damit einverstanden.
Frankreich streitet, ob islamische Kleidung am Strand erlaubt ist. Die „New York Times“ macht sich über die Debatte lustig. Das bringt den Premierminister Manuel Valls auf die Palme.
Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht hatte Ende August das Burkini-Verbot eines Badeortes aufgehoben. Ein Grundsatzentscheid. Einige Gemeinden hielten weiter daran fest. Bis jetzt.
Frankreichs Präsident Hollande wendet sich in einer Rede gegen ein Burkini-Verbot, hat aber den Machterhalt im Hinterkopf. Damit sieht es derzeit allerdings nicht gut aus.
Frankreichs Regierung will Moscheen im Land vor nichtfranzösischen Einflüssen schützen. Sie treibt deshalb die Gründung einer Stiftung für einen „französischen Islam“ voran und denkt über Steuern auf Halal-Produkte nach.
Frankreich streitet weiter über die Kleiderordnung am Strand. Innenminister Bernard Cazeneuve hat sich gegen ein gesetzliches Burkini-Verbot ausgesprochen. Er befürchtet eine Spaltung der Gesellschaft.
Im politischen Streit um ein Burka-Verbot hat sich nun auch Margot Käßmann eingeschaltet. Die evangelische Theologin und frühere EKD-Ratsvorsitzende kritisiert die Debatte in deutlichen Worten.
Religion gehört zum öffentlichen Leben. Sie darf deshalb sichtbar sein, solange sie ein friedliches Zusammenleben ermöglicht. Man darf sich öffentlich zum Kreuz bekennen – und am Strand auch einen Burkini tragen.
Trotz oder gerade wegen der Burkini-Debatte läuft das Geschäft mit der körperverdeckenden Bademode sehr gut. Selbst Nicht-Muslime greifen zu.
Der französische Staatsrat, das oberste Verwaltungsgericht des Landes, hat das Burkini-Verbot für illegal erklärt. Etwa 30 französische Kommunen hatten Ganzkörper-Badeanzüge für Musliminnen an ihren Stränden untersagt.
Der französische Staatsrat entscheidet über ein Burkini-Verbot, Stada stimmt über eine neue Leitung ab und das Marktforschungsunternehmen GfK veröffentlicht Daten zur Verbraucherstimmung.
Wie kein anderes europäisches Land ist Frankreich zur Zielscheibe des islamistischen Terrors geworden – und nun reglementiert die Politik die Strandmode? Der Aktivismus zeigt die Nervosität der etablierten Parteien.
An den Stränden mehrerer französischer Kommunen gilt ein Burkini-Verbot. Fotos von Polizisten in Nizza, vor denen sich eine muslimische Frau offenbar genötigt sah, ihr langärmliges Oberteil auszuziehen, heizen die Debatte darüber nun weiter an.
Wie viel Stoff darf es am Strand sein? Die Burkini-Debatte erhitzt auch die Gemüter in Italien. Der Imam von Florenz befeuert sie mit einem Bild auf Facebook.
Frankreichs Premierminister Valls nennt Burkinis Symbole der Unterwerfung. An den Stränden selbst wird die Burka-Debatte nicht nur mit scharfen Worten, sondern sogar mit Waffen ausgefochten.
Wer am Strand von Cannes einen Burkini trägt, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Der französische Regierungschef mischt sich derweil in die Diskussion ein und erinnert an ein bestehendes Gesetz.