So beurteilt ein Gericht eine Straßenblockade per Kletterseil
Um gegen die Abholzung im Dannenröder Forst zu protestieren, haben sich radikale Klimaschützer von Autobahnbrücken abgeseilt. In Frankfurt stand nun eine Aktivistin vor Gericht.
Geht es nach der Staatsanwaltschaft Gießen, muss die A-49-Gegnerin „Ella“ für zwei Jahre und vier Monate in Haft. Sie soll Polizisten getreten haben. „Ella“ sagt, sie habe aus einem „Überlebensinstinkt“ heraus gehandelt.
Um gegen die Abholzung im Dannenröder Forst zu protestieren, haben sich radikale Klimaschützer von Autobahnbrücken abgeseilt. In Frankfurt stand nun eine Aktivistin vor Gericht.
Der Lückenschluss der A49 geht voran. Im Dannenröder Forst ist es ruhig geworden, doch die Polizei muss die Trasse bewachen.
Am Dienstag hat der Prozess gegen eine Aktivistin aus dem Dannenröder Forst begonnen, die einen Polizisten gegen den Kopf getreten haben soll. Der Auftakt wurde von Protesten von Umwelt- und Klimaschützern begleitet.
Jetzt geht es um mehr als die A 49: Eine Klimaschutzbewegung will in Dannenrod ihren Mittelpunkt finden. Und hat ein anderes Autobahnprojekt im Blick.
Mit einem „Klimacamp im Danni“ protestieren Aktivisten wieder gegen den Weiterbau der A49 im nördlichen Mittelhessen. Es soll Workshops, Vorträge und Diskussionen geben.
Die Polizei hat ihre Camps im Dannenröder Forst geräumt, doch die Aktivisten wollen nicht aufgeben: „Wir hören erst auf, wenn die letzte Autobahn verhindert ist und kein Wald mehr von der Abholzung bedroht ist.“ Die Polizei ist weiter präsent.
Im Dannenröder Wald laufen die letzten Räumungen. Abermals haben sich einige Aktivisten auf Bäume und hohe Gebilde zurückgezogen. Wann die Polizei ihren Einsatz beenden kann, ist noch unklar.
Um sich mit den Aktivisten zu solidarisieren, hat der Pianist Igor Levit mitten im Dannenröder Forst ein kleines Klavierkonzert gegeben. Sein Spiel wurde per Lautsprecher zu den letzten verbliebenen Baumhäusern übertragen.
Die Gegner des A-49-Ausbaus üben schwere Kritik am Großeinsatz gegen die Waldbesetzer. Der BUND untermauert die Kritik am grünen Verkehrsminister gestützt auf eine Urteilsbegründung. Staatsanwälte ermitteln derweil nach dem Einsturz eines Gestells wegen versuchter Tötung.
Dass Baurecht keine Baupflicht sei, wie der BUND mit Blick auf den Lückenschluss der A49 behauptet, gehört in die Kategorie populistisch bis irreführend. Baurecht ist bei solchen Vorhaben am Ende eines langen Ringens auch Baupflicht.
Die A 49 soll endlich vollendet werden, da das Bundesverwaltungsgericht den Weg freigemacht hat. Das Land wartet nun auf Bundesgeld - die Wirtschaft fordert, in Berlin mehr Druck zu machen.
Glück im Unglück hatte ein Autofahrer am Morgen auf der A49 in Nordhessen: Mitsamt dem Auto wurde er 30 Meter weit durch die Luft geschleudert und überschlug sich mehrfach - aber er überlebte.