Könnten sie noch leben?
Im Februar erschoss Tobias R. in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund, danach seine Mutter und sich selbst. Angehörige der Opfer machen der Polizei nun schwere Vorwürfe.
Im Februar erschoss Tobias R. in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund, danach seine Mutter und sich selbst. Angehörige der Opfer machen der Polizei nun schwere Vorwürfe.
Seit dem 1. Oktober leitet Azfar Khan die Koordinierungsstelle Anti-Rassismus. „Ich bin ein Frankfurter Bub“, sagt der Fünfundzwanzigjährige – und weiß doch, wie es sich anfühlt, aufgrund des Namens oder der Herkunft diskriminiert zu werden.
Von zwei Maskierten ist ein Endfünfziger in Hanau nach eigenen Worten angegriffen und verletzt worden. Passanten fanden den Gefesselten mit einer Schusswunde im Knie. In Selters ist ein Beifahrer bei einem Unfall ums Leben gekommen.
Abdullah Unvar will Kandidat der SPD für den Bundestag werden. Bisher hat der Sozialdemokrat aus dem Main-Kinzig-Kreis noch keine klassische Politikkarriere angestrebt, wirbt aber für Zusammenhalt: Bei dem Attentat in Hanau starb sein Cousin.
Das „Zentrum für Demokratie und Vielfalt“ in Hanau kommt. Der Magistrat soll geeignete Räume anmieten. Anlass ist der Mordanschlag vom Februar.
In Hanau ist eine Gedenktafel für die Opfer des Attentats vom 19. Februar enthüllt worden. An die Zivilcourage von Vili-Viorel Păun erinnert ein weißes Kreuz aus Stein.
Die Zeiten, in denen die ganze Aufmerksamkeit den Tätern galt, sind vorüber. Heute steht das Schicksal der Opfer stärker im Vordergrund. Aber Bund und Länder müssen noch mehr für sie tun. Ein Gastbeitrag.
Sechs Monate nach den Morden in Hanau kritisieren Angehörige die Behörden. Aus den Morden seien keine Konsequenzen gezogen worden. Sie fühlen sich alleingelassen und wie Menschen zweiter Klasse behandelt.
Tausende wollten am Samstag der neun Menschen gedenken, die ein rassistisch motivierter Schütze vor einem halben Jahr in Hanau tötete. Verhindert wird die Demo von einem Virus, das derzeit die ganze Welt beschäftigt.
Die Angehörigen der Opfer der Attacke auf Hanau wünschen sich mehr Interesse für die Ermordeten. Eine Demonstration zum Gedenken wurde aber kurzfristig abgesagt.
Ein halbes Jahr nach dem Terroranschlag in Hanau legt das Land ein Förderprogramm auf. Es soll den Hinterbliebenen der Opfer zugute kommen, um sich nach der Tat wieder besser im Alltag zurechtfinden.
Sechs Monate nach dem Attentat in Hanau haben der Ausländerbeirat und die Initiative „19. Februar“ eine Mahnwache organisiert und zu einer Demonstration aufgerufen.
Erst der rassistische Terroranschlag, dann die Corona-Pandemie: Hanaus Oberbürgermeister wird in seiner Amtszeit mit vielen Krisen konfrontiert. Jetzt strebt er eine vierte Amtszeit an.
Vor vier Monaten ermordete ein Rassist in Deutschland neun Menschen. Es ist schwer, da einfach weiterzumachen. Ein Treffen mit Freunden und Angehörigen der Opfer.
Vor drei Monaten hat ein 43 Jahre alter Mann in Hanau neun Menschen erschossen. Die Pandemie macht es Helfern nicht leicht, Angehörige zu betreuen. Finanzielle Unterstützung ist bereits angekommen.
Mit siebzehn anderen Rappern hat Azzi Memo einen Song für die Opfer von Hanau aufgenommen. „Bist du wach?“ ist eine Mahnung, nicht zu vergessen – und ein Schrei nach längst nötigen Veränderungen.
Das Bundeskriminalamt bleibt dabei, die Morde in Hanau seien rechtsextremistisch und rassistisch motiviert gewesen. Gesucht wird weiterhin nach Kontakten von Tobias R. in die Szene.
Medienberichten zufolge sollen BKA-Beamte den Anschlag in Hanau nicht als rassistisch motiviert eingestuft haben. Der Präsident des Bundeskriminalamts hat der Darstellung nun widersprochen.
Hessens scheidender Generalstaatsanwalt Helmut Fünfsinn sieht den Rechtsstaat trotz Terror und Hass nicht in Gefahr. Ein Grund dafür sind die Jugendlichen.
Nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau gibt es feige, weil anonyme Beifallsbekundungen für den Mehrfachmörder. Sie zeigen abermals, wie verblendet ein Teil der Gesellschaft ist. Eines wiegt dabei besonders schwer.
Die AfD will im Bundestag den Spieß umdrehen: Nicht sie sei der Brandstifter, vielmehr sei sie der Feuermelder. So sieht politische Geisterfahrt aus.
Eine Minute lang sollen alle Beschäftigte in Hessen an diesem Mittwoch um 12 Uhr schweigen, um der Opfer des Hanauer Anschlags zu gedenken. Einer Gewerkschaft ist das zu wenig.
Die Anschläge von Hanau und Volkmarsen machen ein Frühwarnsystem noch dringender, um Verbrechen von Extremisten und psychisch Gestörten zu verhindern.
Menschen mit Migrationshintergrund seien in der Politik unterrepräsentiert, so die Vertreter von Migrantenorganisationen. Derweil wird im Bundestag nachgezeichnet, wie der Schütze von Hanau vorging.
Kurz vor seiner ersten Tat ist der Todesschütze von Hanau kontrolliert worden – weil er sein Auto rechtswidrig abgestellt hatte. Und zwar in der Nähe des ersten Tatorts.
Wenn es um aufsehenerregende Verbrechen geht, können Journalisten das Informationsinteresse gar nicht schnell genug befriedigen. Doch es kommt darauf an, wie sie dies tun.
Der Frankfurter Sozialpsychologe Rolf van Dick warnt davor, das Risiko von Anschlägen zu überschätzen – und Menschen mit psychischen Erkrankungen nun zu stigmatisieren. Im Fall Hanau kämen vielmehr zwei Dinge zusammen.
Die Behauptung, die AfD trage eine Mitschuld an den Morden von Hanau, weil sie ein geistiges Klima geschaffen habe, das solche Taten erst ermögliche, war zumindest vorschnell. Wer nun eine Stigmatisierung der AfD-Wähler propagiert, spielt der Partei in die Hände. Ein Gastbeitrag.
Sie liegen alle in Hessen: Fünf Städte, in denen in jüngster Zeit der Schrecken Einzug gehalten hat. Eine kritische Selbstreflexion würde zeigen, dass schon allein das Thema Rechtsextremismus in Hessen nicht hinreichend verfolgt worden ist.
Ein Frankfurter Abgeordneter zieht selbst eine Linie von seiner AfD zu dem Hanauer Verbrechen. Wenn es in der hessischen Partei noch eher moderate Kräfte geben sollte, beginnt jetzt ein schwerer interner Konflikt.
Nach einem Angriff wie in Volkmarsen geht es auf Twitter hoch her: Beileidsbekundungen, Spekulationen und Wut. Dabei kommt es oft zu Falschmeldungen, die zu Verschwörungstheorien und Ressentiments führen können.
Durchläuft die AfD nach dem Hanauer Massenmord eine Katharsis? Zu wünschen wäre es. Wahrscheinlicher aber ist: Die AfD wird sich auch künftig in der Wortwahl „vergreifen“.
Der eine gibt sich zurückhaltend, der andere angriffslustig: Die beiden Parteisprecher der AfD Hessen zeigen sich nach den Morden von Hanau uneins in der Bewertung.
Eine Pistole mit der Aufschrift „Rassismus“: Der Anschlag von Hanau ist nur eines der Themen am diesjährigen Rosenmontag. Doch auch das Coronavirus, Greta Thunberg und zahlreiche Politiker sind auf den Wagen vertreten.
Eigentlich will Anne Will über die demokratische Mitte reden. Fragt sich nur, wer damit gemeint ist. Darüber gibt es nämlich sehr unterschiedliche Sichtweisen.
Nach dem Sportschützen-Massaker in Winnenden blieb das Waffenrecht kriminell lasch. Auch nach der Bluttat in Hanau wird das Morden weiter begünstigt.