Was in der Debatte über Sexkauf schiefläuft
Dass einige Unionspolitikerinnen gerade öffentlich über Prostitution sprechen, ist gut. Das Thema verdient eine breitere Debatte. Aber die Argumente müssen besser werden.
Bei einer Razzia in drei Bundesländern hat die Polizei Verdächtige festgenommen. Sie sollen Frauen aus China dazu gebracht zu haben, sich in Deutschland zu prostituieren.
Dass einige Unionspolitikerinnen gerade öffentlich über Prostitution sprechen, ist gut. Das Thema verdient eine breitere Debatte. Aber die Argumente müssen besser werden.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner fordert ein Sexkaufverbot – „Deutschland ist der Puff Europas“. Wir ordnen ein: Was würde das nordische Modell bedeuten? Schützt es Frauen – oder verlagert es alles ins Heimliche?
Julia Klöckner nennt Deutschland den „Puff Europas“. Nina Warken schließt sich ihr an und fordert die Einführung des „nordischen Modells“. Was spricht dafür, was dagegen?
Dem Thema Prostitution wird man mit plakativen Äußerungen nicht gerecht. Hoffentlich findet Priens Expertenkommission differenziertere Antworten als Klöckner.
Die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner spricht bei der Verleihung des „Heldinnen-Awards“. In ihrer Rede bemängelt sie den Umgang Deutschlands mit Prostitution.
Der „Mann Act“ brachte Sean „Diddy“ Combs vor Gericht zwei Schuldsprüche ein: Er passierte mit seinen früheren Partnerinnen und männlichen Prostituierten Bundesstaatsgrenzen. Weshalb ist das strafbar?
In nur zwei Anklagepunkten schuldig – frühere Kollegen des Musikmoguls kritisieren das Urteil gegen Sean „Diddy“ Combs. Doch schon zu Prozessbeginn hatte sich angebahnt: Es wird schwer, die Jury vom Hauptvorwurf zu überzeugen.
Dem wegen Sexualstraftaten angeklagten Rapper droht durch neue Vorwürfe eine längere Haftstrafe. Er selbst weist jegliche Schuld von sich. Die Gerichtsverhandlung gegen den 55-Jährigen soll am 12. Mai beginnen.
Während in Schweden der Sexkauf als schambesetztes Verbrechen gilt, ist Prostitution in Deutschland legal und reguliert. Simon Häggström, ein schwedischer Polizist, stellt die deutsche Gesetzgebung zur Prostitution infrage.
Eine Sechzehnjährige mit Intelligenzminderung wird von einer Gleichaltrigen zur Prostitution getrieben. Nun wird im Landgericht gegen einen mutmaßlichen Freier verhandelt.
Jahrelang ging der Mann von Anna Lambrecht zu Prostituierten. So wie jeder fünfte Deutsche. Jetzt fragt sie sich: Ist diese Beziehung noch zu retten? Und verachtet der Vater meines Kindes in Wahrheit Frauen?
Überdeutlich: Der Kölner „Tatort“ versteht sich als Aufklärungsfilm für ein Publikum, das sich über Sexarbeit und deren Leidtragende noch keine Gedanken gemacht hat.
Die Polizei hat drei Tatverdächtige festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, chinesische Frauen eingeschleust und diese als Prostituierte beschäftigt zu haben.
Das hatte eine Studie gezeigt. Jetzt stellt sich heraus: Es gab womöglich einen Rechenfehler.
Die mindestens 13 Frauen arbeiteten laut den Ermittlern in extra angemieteten Wohnungen in Hessen und Baden-Württemberg. Die Aufgaben der Angeklagten sollen klar aufgeteilt gewesen sein.
Die Frankfurter CDU will Frauen schon in ihren Heimatländern vor Gewalt und Menschenhandel warnen. Das findet die Koalition im Römer anmaßend.
Sollte es strafbar sein, sexuelle Dienstleistungen zu kaufen? Die Gesellschaft ist gespalten. In jedem Fall müssen Alternativen zur Prostitution her, wenn es einem mit der Sorge um die Frauen ernst ist.
Auf Bundesebene will die Union den Kauf von sexuellen Dienstleistungen strafbar machen – in Frankfurt ist die CDU-Fraktion zurückhaltender. Doch auch sie will die „menschenunwürdigen Zustände in der Prostitution“ beenden. Wie kann das gelingen?
Sex gegen Geld verletzt die Würde von Prostituierten: Sie sind in ihrer sexuellen Selbstbestimmung eingeschränkt. Es verletzt ihre Würde aber auch, wenn ihre Entscheidung dafür nicht respektiert wird.
Deutschland sei zum „Bordell Europas“ geworden, seit die Prostitution legalisiert wurde, sagen die einen. Ein Sexkaufverbot fordern die anderen. Aber die Situation der Prostituierten ist komplexer als die Diskussion darüber.
Wenn Prostitution gesellschaftlich nicht erwünscht ist, sind es Prostituierte auch nicht. Sie werden isoliert. Ein Sexkaufverbot ist deshalb der falsche Weg, wenn man die Würde von Frauen schützen will.
Die frauenpolitische Sprecherin der SPD kämpft seit Langem für ein Sexkaufverbot. Konsens in ihrer Partei ist das nicht. Anders als in der Union. Deren Bundestagsfraktion spricht sich für die Einführung des „Nordischen Modells“ aus.
Vor der Abstimmung am Donnerstag wird im EU-Parlament mit harten Bandagen gekämpft. Am Ende geht es knapp aus – zugunsten jener, die Sexarbeit als Gewalt gegen Frauen ablehnen.
Freier sollten bestraft worden, fordert CSU-Politikerin Bär. Seit der Legalisierung von Prostitution sei Deutschland zum „Bordell Europas“ geworden.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen ein Paar erhoben, das die jüngere Schwester der Angeklagten zur Prostitution gezwungen haben soll. Die betroffene Bulgarin soll zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt gewesen sein.
In deutschen Bordellen ist Gewalt an der Tagesordnung, sagt die Wissenschaftlerin Elke Mack. Im Interview spricht sie über menschenunwürdige Zustände, die schweren Folgen für Prostituierte und fordert Strafen für Freier.
Es ist nicht wirklich gelungen, Frauen in der Prostitution gleichzustellen oder sie vor Ausbeutung zu schützen. Aber ist die Alternative deshalb ein Verbot?
Ausbeutung, Prostitution, Gewalt in der Ehe: Die Organisation Solwodi hilft Frauen in Bedrängnis. Sie überlässt kein Schicksal dem Schicksal.
Ein Mann hat die Tochter seiner Partnerin sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen – die Mutter ließ es zu, aus Angst, verlassen zu werden. Nun müssen beide für mehrere Jahre in Haft.
Crack-Konsum, Prostitution und Müll haben im Frankfurter Bahnhofsviertel zugenommen. Um dem zu begegnen, hat die Stadt dort ein Koordinierungsbüro eingerichtet.
Eine Tantra-Massage ist nach dem Berliner Verwaltungsgericht keine alternativmedizinische Behandlung, sondern Teil einer sexuellen Handlung. Damit brauchen Tantra-Studios eine behördliche Erlaubnis.
Sex sells: Eine kontroverse Diskussion über die Emanzipation durch Sexarbeit, den künstlerischen Wert von Pornografie und die Schönheit der Selbstbefriedigung.
Sex sells: Die Prostituierte Salomé Balthus zu Gast bei den „Jungen Köpfen“. Ein kontroverser Diskussionsabend über die Emanzipation durch Sexarbeit, den künstlerischen Wert von Pornografie und die Schönheit der Selbstbefriedigung.
Drogen, Schmutz, Prostitution, Elend: Nach Ansicht der CDU tut die Stadt zu wenig gegen unhaltbare Zustände am Bahnhof.
Das Münchner Literaturarchiv Monacensia beschäftigt sich mit drei Frauen aus der Schwabinger Boheme. Über deren Kampfeswillen kann man nur staunen. Ihre Existenzen forderten auch körperlichen Tribut.
Sklaverei ist nicht nur ein Phänomen aus der Geschichte – internationale Menschenhändler verdienen auch heute prächtig. Auch in Deutschland gibt es mehr als 150.000 versklavte Menschen.