Malerbiene
Im Prozessreigen um das Erbe von Jörg Immendorff hat das Landgericht Düsseldorf einen Vergleich vorgeschlagen. Die Witwe des Malers, Oda Jaune, hatte den Galeristen und Künstlerfreund Marcel Uecker-Hardung auf eine Beteiligung an ...
Im Prozessreigen um das Erbe von Jörg Immendorff hat das Landgericht Düsseldorf einen Vergleich vorgeschlagen. Die Witwe des Malers, Oda Jaune, hatte den Galeristen und Künstlerfreund Marcel Uecker-Hardung auf eine Beteiligung an ...
Der Retter des E-Musik-Abendlandes heißt Martin Grubinger. Während in den traditionsschweren Konzerten unserer Hochkulturorchester im Parkett die Zahl in Würde ergrauter Musikenthusiasten oft schmerzlich schwindet, platzen bei Grubinger die Säle aus allen Nähten.
Als mit der Bodenreform in der damaligen sowjetischen Besatzungszone die Flächen großer Güter unter Kleinbauern und Vertriebene aufgeteilt wurden, gerieten auch viele Herrensitze in die Verteilungsmasse.
Ältere Frankfurter Opernfreunde erinnern sich noch gern an eine große Zeit des Sängertheaters in ihrer Stadt. Christoph von Dohnányi hieß damals der Direktor des heimischen Musiktheaters, seine Helfershelfer waren keine Geringeren ...
Damals blieb die Stadt der Freude verschont. Damals im vordigitalen Zeitalter, als ein Hurrikan in Form eines Pfeils auf einer liebevoll gezeichneten Wetterkarte erschien und die Computersimulation noch kein beliebtes Mittel war, ...
Im Rückblick merkt man erst, wie viel Vorbereitung, Schulung, Konsequenz, Experiment und Antizipation eine Leistung selbst dann braucht, wenn sie nicht auf die ganz großen Höhen führt. Man muss, um Walter Moßmann zu verstehen, in ...
Früher, so schrieb in den betonwütigen siebziger Jahren Julius Posener, der Nestor deutscher Architekturkritik, "wurde man neugierig, wenn man eine Baustelle sah. Heute kriegt man einen Schreck!" In unseren Tagen ist dieses Urteil, wenn es denn je seither außer Kraft war, erneut gültig.
Nicht der Vorhang hebt sich, wenn das Vorspiel zu "Tristan und Isolde" vorübergeht. Es ist das Himmelsgewölbe, das sich als weißes Rechteck schützend über der deckungsgleichen Spielfläche erhebt, danach vier Stunden lang den Radius ...
Der aus Syrien stammende Dichter Adonis lebt seit 1986 in Paris. Das mag niemanden überraschen, der um das unruhestiftende, freigeistige Wesen dieses großen Lyrikers weiß - schon gar nicht, wenn man in diesen Tagen sieht, mit welcher ...
Management ist Komplexitätsreduktion. In dieser Idee schwingen uralte Sehnsüchte nach Durchblick und Machbarkeit mit. Management-Rezepte nutzen deshalb oft die Ästhetik der schlichten, einfachen Zahl.
Nur wenige Historiker haben gleich auf mehreren Themenfeldern grundlegende Studien verfasst, welche die Diskussionen im Fach jeweils über lange Zeit prägten. Anthony G. Hopkins, der nach Stationen in Birmingham, Genf, Cambridge und ...
Der autobiographische Roman von Sô Aono beginnt an dem Grabstein der Mutter mit dem Satz des Ich-Erzählers: "Mutter! Wo bist du? Wie gern ich dich jetzt sehen würde. . . ". Was folgt, ist die Suche nach der Mutter, die auch eine Selbstfindung des Helden ist.
In der beispielhaft genauen Serie von Rainer Blasius über die politischen Hintergründe der Errichtung der Berliner Mauer (zuletzt: "Insel der Freiheit", F.A.Z. vom 19. August) wird auch - unter Verweis auf das Buch von Frederick ...
Frankfurt. Goethe war ein Augenmensch. Die grundlegende Erkenntniskategorie war für ihn die Anschauung. Bilder schienen ihm in dichterischen Texten, gerade auch in seiner Lyrik, unverzichtbar. Und die Wiedergabe, aber auch die Verwandlung ...
Gold Panda. Als Erneuerer von Großbritanniens Elektronik-Szene gefeiert wird der Londoner mit asiatischen Wurzeln. Aus knappen Samples zaubert Produzent und Komponist Derwin Panda eindrucksvolle Kunstwerke.
Penthesilea. Mit einer tödlich endenden Liebesgeschichte eröffnet die Oper Frankfurt den Premierenreigen der neuen Saison: Othmar Schoecks "Penthesilea" ist dort am nächsten S0nntag von 18 Uhr an in der Inszenierung von Hans Neuenfels zu sehen.
Zeitmanagement - ein moderner Begriff. Wichtig, denn man hat ja auch für nichts mehr Zeit. Am wenigsten für sich selber. Neben dem Lernen - Vincis Artaserse, Brahms' Schöne Magelone, Humperdincks Königskinder - schlage ich mir freiwillig ...
Je schmaler das Programm, desto größer ist das Bestreben, es zu vervollkommnen. So hofft der Gast, wenn er essen geht, ins Steakhaus zum Beispiel. Und wenn irgendwo ein Lokal eröffnet wird, in dem das zutrifft, ist es gut besucht ...
Sie hätten gewarnt sein müssen. Macht lieber etwas anderes, wenn ihr Geld verdienen wollt. Dieser Satz sei zu Hause oft gefallen, sagt Bernhard Hahn. Aber wer hört schon auf seinen Vater? Vor allem, wenn es um Musik geht? Bernhard und Robert Hahn taten es jedenfalls nicht.
Wiesbaden. Es gibt Dinge, von denen glaubt man gar nicht, dass sie noch existieren. Solche schönen Sachen mit nostalgischem Flair entdeckt man kaum mehr auf Flohmärkten, eher schon, als Neuauflagen, im Manufactum-Katalog.
Wer seiner Zeit voraus ist, wie es Gärtner sein müssen, denkt jetzt an Tulpen, Krokusse und Narzissen - gleichgültig, ob das Thermometer 18 oder 35 Grad anzeigt. Auch wenn man es sich im Augenblick nicht vorstellen kann, da sich ...
Alles hätte so schön werden können. Pläne fürs Wochenende waren gemacht, Verabredungen getroffen. Dann das: Zwei Stunden vor Feierabend kommt der Chef. Ich soll nach Königsmoos. Irgendein Nest in der oberbayerischen Einöde.
Die Kölner Südstadt ist das Zentrum eines lebendigen Studentenlebens. An warmen Sommertagen wimmelt es nur so von Besuchern, die Gastronomie verlagert sich auf die Gehsteige, und man sitzt oft stundenlang vor nicht besonders teuren Restaurants.
Der Schönheitschirurg Stephan von Rothkirch kann mit Renaissanceschönheiten nichts anfangen. In einem Film auf Youtube sieht man ihn vor Fra Filippo Lippis berühmtem "Bildnis einer Dame" von etwa 1445 stehen.
Ich habe den "Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil gelesen und ihn beinahe unbewusst mit Thomas Manns "Zauberberg" verglichen. Kann man diese beiden Romane tatsächlich miteinander vergleichen? Es gibt in der Weltliteratur verschiedene ...
Im Januar 2006 flog Douglas Coupland um die halbe Welt, um Morrissey zu interviewen. Er war ein Fan seiner Musik, kein allzu hysterischer, aber es reichte, um einen seiner Romane nach einem Song von The Smiths zu benennen, "Girlfriend in a Coma".
Und es bewegt sich doch: das deutsche Fernsehen, dieses System, dem wir hier so oft schon die Sklerose seines Programms vorgehalten haben und seinen viel zu großen Einfluss auf den deutschen Film. Wer am Montag auf die gewohnte Einschlafhilfe ...
Jeder Reisende muss irgendwann mit der Frage rechnen, was er eigentlich in der Fremde suche. Mal stellt man sie ihm zu Hause vor der Abreise, mal stellt er sie sich unterwegs selbst, kopfschüttelnd über die eigene Unrast.
Dem Vorurteil zufolge sind Frauen vergleichsweise schreckhaft. Man darf ihnen angeblich nicht mit Drastischem kommen. Zwar sind Ohnmacht und Riechsalz inzwischen außer Gebrauch. Aber von der Duschszene in Hitchcocks "Psycho" bis ...
"Dieser Band darf nur mit Erlaubnis Hohen Senates und gegen eine Real-Caution von Tausend Gulden verliehen werden", heißt es auf dem Zettel, der noch immer quer auf dem vorderen Innendeckel des ledergebundenen Folianten eingeklebt ist.
Für die einen ist es der Weidenlaubsänger, für die anderen lautmalerisch der Zilpzalp. Doch ganz gleich, welcher Bezeichnung man den Vorzug gibt, der typische Gesang dieses Vogels ist wohl jedem bekannt.
Wer würde eigentlich gewinnen, wenn sie jemals gegeneinander kämpfen müssten - die Gelfrisur von Prinz Daniel von Schweden oder die Gelfrisur von Karl-Theodor zu Guttenberg, die beide in dieser Woche ausführlich in den bunten Blättern ...
Eine gute Mutter zu sein kann höllisch anstrengen. Zu dem Job gehört nämlich die abendliche Bettgeschichte. Ist ja klar, ist schließlich Balsam für die Seele. Derzeit lesen wir das "Dschungelbuch". Nur konnten die Kinder gestern danach nicht einschlafen.
Vorgestern hatte ich eine denkwürdige Begegnung. Beim Gemüsemann. Ich sackte meine Wochenration Grünzeug ein, stopfte Pilze und Salate in die Tasche, da strahlte mich ein junger Mann an und fragte: "Machen Sie auch mit?" Mitmachen? ...
Wer vom gläsernen Profi spricht, meint seit dieser Saison nicht mehr den Fußballer Arjen Robben, den Mann mit den fragilen Knochen, sondern den Bundesligaspieler an sich, welcher in nie da gewesener Durchsichtigkeit über den Platz läuft.
ANTWORT: Es muss für Martin Kusej gewirkt haben, als wollte die Ära Dieter Dorn in München nie enden. Fünfzigmal ließ sich Dorn in den letzten Monaten im "Käthchen von Heilbronn" als Theaterkönig von München feiern.