Sofi Oksanen
Einladung zum historischen Vergleich: Die SPD war schon öfter großzügig darin, die Freiheitsrechte anderer gering zu schätzen, wenn es vermeintlich hehren Zielen galt. Ein Gastbeitrag.
Reisebuch
Die Fotografin Bettina Flitner erzählt in „Meine Schwester“ von einem Suizid in der Familie und dessen Vorgeschichte.
2020, 2021, 2022: Zum dritten Mal in Folge wurde die Leipziger Buchmesse abgesagt. Weil die Verlage nicht mehr mitzogen, heißt es. Das gilt aber nicht für alle.
Noch ist genug Zeit für die wirklich wichtigen Dinge: In sechs Rubriken empfehlen Feuilleton-Redakteure Filme, Bücher, Alben, Serien, Ideen, Haltungen, Hoffnungen und Hits.
Helmut Böttiger schreibt ein Epochenporträt der deutsche Literatur der Siebzigerjahre – ein auch in der Belletristik „öffentliches Jahrzehnt“, in dem jede Empfindung ein politisches Gefühl war.
Alina Bronsky nennt sich selbst „nicht weihnachtlich-christlich sozialisiert“. Trotzdem endet ihr neuer Roman an Weihnachten, eine neue Erzählung spielt in den Weihnachtstagen. Ein Gespräch über alte Männer und neue Herausforderungen.
Das ist Stoff für einen deutsch-deutschen Wirtschaftskrimi: Ein Investor kauft von der Treuhand das Flaggschiff der DDR-Literatur, doch die hatte nie das Recht, den Aufbau-Verlag zu veräußern. Es folgten Vertuschungsmanöver, Strafzahlungen für Raubdrucke, Akten verschwanden, die Justiz ist überfordert.
Auch in reduzierter Form mangelt es der Buchmesse nicht an Gesprächsstoff: Wer ist überhaupt da? Warum ist ein rechter Verlag direkt beim Blauen Sofa plaziert? Und welche Farbe hatte die Maske von Christian Kracht?
Im August hat die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse ihren neuen Roman „Dunkelblum“ veröffentlicht. Am Stand der F.A.Z. spricht sie mit Andreas Platthaus über ihr Buch.
Exzellente Wahl: Antje Rávik Strubel erhält für ihren Roman „Blaue Frau“ den Deutschen Buchpreis. Aus ihren Dankesworten war eine große Sicherheit zu spüren, diesen Preis verdient zu haben: als Lohn für eine Kampfansage.
Die Longlist des Deutschen Buchpreises verzichtet auf ein markantes Profil. Alles schön ausgeglichen, allerdings stellen große Verlage die Mehrzahl der nominierten Romane. Was auffällt, sind eher die fehlenden als die vertretenen Bücher.
Eva Menasses neuer Roman „Dunkelblum“ macht auf bitterkomische Weise ein trauriges historisches Ereignis zum Hintergrund eines Kleinstadtporträts im Jahr 1989.
Es muss robust sein, viele Zugänge bieten, immer wieder gelesen werden wollen oder darf niemals aufhören: Sechs Kolleginnen und Kollegen schwärmen vom idealen Sommerbuch und geben eine Empfehlung.
Schriftsteller Moritz Rinke schreibt EM-Briefe – von Angela Merkel an den Bundestrainer Joachim Löw. Hier nun nach dem traurigen Ende im Wembley der vielleicht letzte Brief.
Schriftsteller Moritz Rinke schreibt EM-Briefe: Diesmal von Kanzlerin Angela Merkel an den Bundestrainer. Sie handeln vom gemeinsamen Abschied, vom Leben an der Spitze und von geheimen Sehnsüchten.
Um zu schreiben, braucht man historisches Bewusstsein: Die britische Schriftstellerin Zadie Smith bringt erstmals einen Band mit Short Storys heraus und fragt sich, was soziale Medien mit ihr zu tun haben.
Der Verlag Kiepenheuer & Witsch verschiebt den Erscheinungstermin eines Buches über Michel Foucault, weil gegen den Philosophen Vorwürfe erhoben wurden. Eine falsche Entscheidung.
Der „Bild“-Chefredakteur tut gerne so, als gäbe es in seiner Redaktion eine lebendige Debattenkultur. „Bild“-Mitarbeiter erzählen eine andere Geschichte.
Wie entsteht, wann zeigt sich Alltagsrassismus, und kann ein Buch über ihn komisch sein? Ein Gespräch über den Roman „Such a Fun Age“ von Kiley Reid und drei Fragen über das Schreiben und Lesen an Shida Bazyar.
Die Schriftstellerin Tanja Maljartschuk wuchs in der Ukraine auf – mit vielen Wörtern, die ihr rätselhaft waren. Dann machte sich sich auf deren Spur.
Einblicke in das politische Denken des „doch nicht Kanzlerkandidaten“ der Grünen.
Alice Schwarzer ist Deutschlands bekannteste Feministin. Hier spricht sie über die Waffen einer Frau, die Schwächen der Männer, die Freuden der Populärkultur, den Machtmissbrauch durch Prostitution und Pornografie als Vergewaltigung.
Die Feministin spricht im F.A.Z.-Magazin über ihre Berichterstattung in der Causa Kachelmann. Außerdem verteidigt sie Rammstein-Sänger Till Lindemann. Rassismusvorwürfe gegen sie selbst nennt Schwarzer „starken Tobak“.
Eine Diskussion über die Zukunft der Literaturkritik im Rundfunk verfehlt in vielsagender Weise ihr Thema. Die Erkenntnis des Abends: Die Selbstauflösung des Kulturradios ist in vollem Gange.
Ein wenig lyrisch gestimmtes lyrisches Ich: Kathrin Schmidt wird in ihren neuen Gedichten zur Entzauberin von Heilsversprechen.
Don DeLillo erzählt in seinem neuen Roman „Die Stille“ von der Nacht, in der alle Bildschirme schwarz werden, von der Pandemie und vielleicht auch vom Untergang unserer Welt.
Die Frankfurter Buchmesse gibt es trotz Corona-Pandemie, allerdings zu großen Teilen digital. Und wie steht es um das Geschäft? Auch der Rechtehandel findet in diesem Jahr online statt.
Eigene Versehrtheit statt lustige Jugendanekdoten: In seinem neuen Roman „Hamster im hinteren Stromgebiet“ verarbeitet Joachim Meyerhoff seinen Schlaganfall.
Der Krimiautor Jean-Luc Bannalec stellt im Literaturhaus in Frankfurt sein neues Buch „Bretonische Spezialitäten“ vor. Er liest zum ersten Mal in der Stadt, in der er als Jörg Bong bekannt ist.
In etwa drei Wochen läuft die Frankfurter Buchmesse weitgehend digital ab, andere Akteure ziehen nach. Ob Aufzeichnung oder Live-Stream: Während die Pandemie andauert, wird das Buchgewerbe immer fiktiver.
Die Shortlist zum Deutschen Buchpreis versammelt ganz unterschiedliche Titel mit einer Gemeinsamkeit: Es sind erkennbar Herzensanliegen. Ein Bestsellerautor ist übriggeblieben, ein Favorit erkennbar.
Der algerische Schriftsteller Kamel Daoud befasst sich mit Tabuthemen. In seinem neuen Buch „Meine Nacht im Picasso-Museum“ geht es um die Kunst, religiöse Intoleranz und Männer, die in Frauen nur Objekte sehen.
Die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2020 setzt in ihrer Auswahl auf das, was wir uns alle wünschen: Normalität.